Volksschüler lernen Recherchieren im Internet

Digitales Klassenzimmer

Viele Volksschulkinder lernen bereits zu Hause den Umgang mit dem PC. Aber auch in österreichischen Volksschulen ist computergestütztes Lernen längst Standard. Aber was lernen Kinder am PC? Inwieweit bestimmt der Computer bereits den Unterricht?

An der Praxis-Volksschule der kirchlich-pädagogischen Hochschule Wien gibt es seit Herbst eine dritte Klasse, in der alle Kinder mit Netbooks - kleinen, leistungsärmeren Notebooks - ausgestattet sind. Für Klassenlehrerin Ilse Bailicz ist es besonders wichtig, dass ihre Schülerinnen und Schüler die Grundlagen im Umgang mit den Geräten beherrschen: "Die Klasse hat noch eine zusätzliche Stunde am Nachmittag, in der zwei Kollegen, die am Projekt beteiligt sind, mit ihnen diese Inhalte, wie Dateien speichern, formatieren, die Bedeutung der verschiedenen Symbole, durchgehen." Ilse Bailitcz ist bei diesen Stunden anwesend und weiß daher, was ihre Schüler bereits alles können. Anschließend wird dieses Können im Unterricht eingesetzt.

Schulprojekt "Netbook-Klasse": Ein Laptop pro Kind

Die Lernziele der Netbook-Klasse decken sich mit jenen der öffentlichen Volksschulen. Dass jeder Schüler und jede Schülerin einen Computer für sich hat, ist aber ungewöhnlich. In den öffentlichen Volksschulen in Wien etwa stehen in jeder Klasse nur zwei PCs, gemeinsames Arbeiten findet in den Computerräumen statt.

In der Netbook-Klasse können im Deutschunterricht einfach die kleinen Laptops ausgepackt und das eben Gelernte digital umgesetzt werden. Die Computer kommen aber keineswegs in jeder Stunde zum Einsatz, sondern sollen den Unterricht unterstützen, wo es Sinn macht. Doch welche Anwendungen eignen sich in diesem Alter für den Unterricht?

Textverarbeitung, Mathematikspiele, Internet

"Bis jetzt ist es so, dass die Kinder den Computer hauptsächlich im Deutschunterricht verwenden, weil hier viele Teilbereiche geübt werden können: Das Verfassen von Texten, Rechtschreibung, Sprachbetrachtung. Aber sie haben auch schon das Zeichenprogramm kennengelernt und sich angeschaut, wie kann ich geometrische Formen zeichnen. Das heißt, die Netbooks werden im Laufe der Zeit auch im Mathematikunterricht eigesetzt werden.“ sagt Ilse Bailitcz. Doch auch im Sachunterricht können die Geräte sinnvoll eingesetzt werden.

Der Computer als Schulbuch

Die Lerninhalte orientieren sich also hauptsächlich an Textverarbeitung, die auch später, an der Hauptschule oder dem Gymnasium, eine wichtige Rolle spielen werden. Ob die Kinder die mitgelieferten Lernprogramme, etwa ein Mathematik- und ein Englischspiel, im Unterricht benutzen werden, ist noch nicht entschieden.

Auf jeden Fall aber sollen sie noch vor Abschluss der Volksschule lernen, das Internet als Recherchewerkzeug zu nutzen. Bis dahin entdecken und üben die Schüler gemeinsam die wichtigen Grundlagen beim Arbeiten mit dem PC. Schon bald sollen sie die kleinen Computer, die nur etwa so viel wiegen, wie ein durchschnittliches Schulbuch, auch mit nach Hause nehmen und dort an ihnen üben dürfen.

Hör-Tipp
Digital.Leben, Montag bis Donnerstag, 16:55 Uhr

Übersicht