Datensicherung vom Handy

Wer möchte nicht Kontakte, begehrliche SMS und Fotos vom Handy gesichert wissen? Der Datentransfer vom Mobiltelefon auf andere Speichermedien wie Festplatten oder USB-Sticks kann zum Orientierungslauf im Software-Dschungel werden.

160 libidinös besetzte Zeichen, SMS mit Beweischarakter - sei es für Liebe, Begehren, Originalität, Konflikt, oder einfach einen Termin - wollen festgehalten werden. Aber wie?

Man kann sie abschreiben. Man kann das Display fotografieren. Man kann sie auswendig lernen, wie ein Gedicht. Technologisch sind derlei Archivierungsmethoden wohl nicht der letzte Schrei.

Magic Transfer

Grundsätzlich wird seit gut vier Jahren Synchronisierungssoftware mit jedem neuen Handy mitgeliefert. Im Falle von Samsung, Sony und Nokia etwa ist das die Software "PC Suite" in verschiedenen Oberflächenversionen. Man installiert die beigelegte CD, stellt eine Verbindung via Bluetooth oder Datenkabel zwischen Handy und Computer her. (Wer einen PC und kein Notebook hat, muss sich oftmals einen Bluetoothadapter kaufen und installieren.)

Sodann wird mit Microsoft Outlook synchronisiert, das heißt Kalendereinträge, Kontakte, E-Mails und Kurznachrichten übertragen. Dabei behandelt Outlook eine Kurznachricht wie eine Notiz oder ein E-Mail. Probleme mit der Rücksicherung gibt es aber auch mit PC Suite wie endlose lange Forumsdiskussionen im Netz zeigen, etwa in Zusammenhang damit, dass Namen hinübergespielt werden, aber ohne dazugehörige Nummern.

Man kann weiters SMS auch extra via Bluetooth, Stück für Stück, an den Computer oder aber ein anderes Handy senden und ablegen.

Jüngeres Modell mit dem Gedächtnis des alten

Wer ein mehr als fünf Jahre altes Handy hat, Daten sichern, oder dieses Alte durch ein Neues ersetzen will, ohne die Daten zu verlieren, kann den Weg über Infrarot, SIM-Karte oder SIM-Backup im nächsten kompetenten Handy-Laden antreten.

Leider unterstützt nicht jedes der älteren Modelle auch Datenkabel. Und auch hier muss man sich für die Infrarot-Übertragung auf PCs ein kleines USB-Zusatzgerät extra besorgen. Eine weitere Alternative ist das Internet als Backup-Service "over the air", Dienste wie etwa zyb.com sind kostenlos.

Und dann wäre da noch freie Software, die unabhängig vom Handy Betriebssystem und der lokalen Outlook-Synchronisation funktioniert. Speziell für Sony Ericsson gilt die österreichische Entwicklung "Myphonexplorer" als bedienungsfreundlich, um nur ein Beispiel zu nennen. Der EDV-Koordinator Gerald Growas empfiehlt generell auf die Original Software zurückzugreifen.

Apfel faul

Sonderfall ist wie gewohnt das iPhone von Apple. Da hinkt die im Hintergrund laufende Synchronsierung über iTunes insofern, als die geliebten SMS zwar irgendwo verdeckt gespeichert, aber für den Normalverbraucher als Text nicht abrufbar sind. Um die SMS-Backups auszulesen, kann man auf das kostenlose Werkzeug (Freeware-Programm) "Syphone" zurückgreifen.

Das heißt, wer Geduld hat. Die Oberfläche ist ansprechend, praktisch die Exportfunktion in xml, txt und pdf Format. Würde "Syphone" halt nicht dauern spinnen und etwa das iPhone mal schon, dann wieder nicht erkennen und mit den Sonderzeichen und Umlauten fremdeln als wären sie Außerirdische.

Variante zwei für iPhone-Besitzer ist deshalb: Warten. Auf bessere Zeiten, sprich Juni 2009, da kommt die Version 3.0 heraus, ein neues Betriebssystem von Apple, das Bluetooth-Synchronisation verspricht.

Laienmühsal

Eine menschliche Schlüsseleigenschaft ist das Vergessen, aber das vergisst man in der Raserei des Übertragens und Synchronsierens, im Wahn des totalen Archivs und der Datenfixiertheit am allerschnellsten.

Für den Software-Laien bedeutet Protest gegen die Vergänglichkeit - auch der schönsten Worte - Eintritt in einen Dschungel aus Installationshilfen, Versions-Inkompatibilitäten, Update-Stress und Lesefehlern.

Hör-Tipp
Digital.Leben, Montag, bis Donnerstag, 16:55 Uhr

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