Wikitude

Sie richten Ihre Handykamera auf ein historisches Bauwerk, und schon liefert Ihnen das Gerät Jahreszahlen und Hintergrundinformationen. So etwa funktioniert die Anwendung "Wikitude" für das Google Smartphone G1.

Mit gezücktem Handy dreht sich Philipp Breuss, der Entwickler von "Wikitude", am Linzer Hauptplatz im Kreis. Das Handy tastet die Umgebung mit der integrierten Kamera ab. Am Display erscheinen nicht nur Gebäude, Himmel und Horizont sondern auch kleine orange Knöpfe, an denen Namen flimmern. Linzer Schloss 300 Meter, Siegesbrücke oder Ars Electronica Center 600 Meter liest man da.

Tippt Breuss mit dem Finger auf eines der Kästchen, poppt eine Blase mit Daten und Fakten zu den Gebäuden und Orten auf. Die Informationen erhält der mobile Reiseführer aus Standort bezogenen Artikeln der Mitmach-Enzyklopädie Wikipedia.

Erweiterte Wirklichkeit

Die dahinter liegende technologische Strategie nennt sich "Augmented Reality", erweiterte Wirklichkeit, und hat das Ziel, Realität und Computergrafik miteinander zu verschmelzen.

Das Programm verwandelt das Google Smartphone G1 in Navigationsgerät und Reiseführer zugleich und macht das Mitschleppen schwerer Wälzer und das mühsame Studieren von Stadtplänen überflüssig.

Feine Hilfe für die Orientierung

Weltweit sind mehr als 350.000 Artikel der Wikipedia mit GPS oder Standortdaten versehen. Gefundene Artikel können auf einer Karten -, Satelliten -, Listen -, oder eben auf der "Augmented Reality" Kameraansicht dargestellt werden. Ist ein Gebäude oder ein bestimmter Ort, wie etwa eine historische Gedenkstätte, nicht eingetragen, kann man selbst die fehlenden Plätze mit Koordinaten bei Wikipedia versehen.

Gerade für Menschen, die sich mit dem Lesen von Stadtkarten schwer tun, sei eine Augmented Reality Anwendung wie Wikitude eine feine Hilfe um sich an unbekannten Orten zu orientieren, meint Philipp Breuss.

Voraussetzung: Android und Smarthphone G1

Die Idee zu Wikitude ist ihm übrigens im Urlaub in Tschechien gekommen. Das Navigationssystem im Auto zeigte ihm zu den Gebäuden und Orten nicht sehr viele Informationen an. Daraufhin entwickelte der studierte Informatiker und Historiker eine Website für geschichtsträchtige Orte.

Wikitude funktioniert derzeit übrigens nur auf der Plattform Android und am Smartphone G1, weil es bisher das einzige Mobiltelefon ist, das neben dem GPS auch einen Kompass und einen Bewegungssensor eingebaut hat. Das wird sich aber in Zukunft ändern.

Hör-Tipp
Digital.Leben, Montag bis Donnerstag, 16:55 Uhr

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