Venusbrüstchen

So wie zu den Salzburger Festspielen haben manche Salzburgerinnen und Salzburger ein äußerst zwiespältiges Verhältnis zu dem, was in der Altstadt passiert. So kann es geschehen, dass erst einer aus Wien kommen muss, um den Salzburger Arbeitskollegen die herrliche Schöpfung des Venusbrüstchens näherzubringen, die in Salzburgs Innenstadt feilgeboten wird.

Das Venusbrüstchen ist älter als die Mozartkugel (von Englischsprachigen gern als "Mozart’s balls" verunglimpft). Schon zu Mozarts Zeiten hat das Venusbrüstchen die Gaumen erfreut, das wissen wir nicht zuletzt Dank Milos Formans "Amadeus". Ein kleines Bistro in der Sigmund Haffnergasse hat sich der Wiederbelebung der Capezzoli di Venere (was eigentlich weniger appetitlich "Venus-Brustwarze" heißt) verschrieben. Marinierte Kastanien mit Nougat und Weichselcreme, umhüllt mit schwarzer oder weißer Schokolade. Schmeckt sündhaft gut.

Und wenn Sie danach fragen, erzählt Ihnen Lokalbesitzer Lutz Rigaud auch gern Anekdoten zu einem Tisch mit Steinplatte in seinem Lokal. Das Möbel gehörte angeblich schon den Hagenauers, Freunden Mozarts. Und Mozart stand vielleicht auch schon an jenem Kassatisch, an dem Sie jetzt Venusbrüstchen verkosten können.