von Sarah Seekircher

Nix tun

Den tristen Alltag und die Perspektivenlosigkeit zweier arbeitsloser Jugendlicher machte die Finalistin Sarah Seekircher zum Thema ihres mit O-Tönen arbeitenden Kurzhörspiels. Sie belegte damit bei der Publikumswahl den zweiten Platz.

"...hab' keine Lust mehr..."

"Lang schlafen, spät aufstehen, kiffen, essen, nix tun." So sieht der eher triste Tagesablauf jugendlicher Arbeitsloser aus. Sarah Seekircher bereitet in ihrem Beitrag den Alltag zweier junger Burschen aus Wien auf. Die beiden anonymen Männer, 20 und 21 Jahre alt, sind auch die Protagonisten dieses Kurzhörspiels über Jugendarbeitslosigkeit.

Seekircher ist damit eine sehr bemerkenswerte Sozialstudie über den tristen Alltag von zwei Menschen gelungen, die ihre Perspektiven eigentlich schon begraben haben. Das AMS (Arbeitsmarktservice) gilt den Protagonisten mehr als "notwendiges Übel", das man in Kauf nehmen muss, denn als eine Institution, die ihnen durch Vermittlung einer neuen Stelle auch neue Aussichten eröffnen könnte.

Die beiden jungen Burschen waren in der Baubranche tätig. Gegangen sind sie eigentlich, weil sie diesen Bereich und die dort herrschenden Arbeitsbedingungen satt hatten. Durch die ungefilterten O-Ton-Passagen kommen die Sichtweisen und die Tristesse ihres Alltags für den Hörer sehr authentisch über den Äther. Ohne zu werten zeigt Sarah Seekircher in ihrer Produktion auf, dass "lang schlafen, kiffen, essen, nix tun, fadisieren, Leben kaputt machen" auf Dauer jedoch auch nicht wirklich glücklich macht.

Kurzbiografie

Sarah Seekircher wurde 1984 in Innsbruck geboren. Nach einem längeren Aufenthalt in Frankreich studierte sie "Journalismus und Unternehmenskommunikation" an der FH Joanneum in Graz. Ein Praktikum beim RBB in Berlin entfachte ihre Begeisterung für Feature und Hörspiel. Derzeit lebt Sarah Seekircher in Wien.

Veranstaltungs-Tipp
Lange Nacht des Hörspiels, Freitag, 20. Februar 2009, 19:00 Uhr, Klangtheater des RadioKulturhauses

Link
RadioKulturhaus