Sarah Viktoria Frick und Marie-Luise Stockinger

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Prix Italia, Prix Europa, Premios Ondas & Co.

Internationale Wettbewerbe

Hörspiele machen es dem Publikum nicht immer leicht. Sie fordern, wie jede ernst zu nehmende Kunst, Aufmerksamkeit, Zuwendung und Auseinandersetzung. Publikumserfolge sind zwar ohne Frage wichtig, können und dürfen im Falle des Hörspiels aber nicht das einzige Erfolgskriterium sein.

Als ein wesentlicher Gradmesser für künstlerische Qualität gelten daher in diesem Sinne Preise und Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Die Hörspiele des ORF haben auch hier, vor allem seit den 90er Jahren, überzeugende Anerkennung gefunden.

Prix Italia

Der Prix Italia ist der älteste und traditionsreichste Radio-, Fernseh- und Web-Wettbewerb. Teilnahmeberechtigt sind Produktionen aus aller Welt. In der Kategorie Radio gibt es Preise für Produktionen in den Bereichen Drama (Hörspiele), Dokumentation (Kultur und Aktuelles) und Musik. Der Prix Italia wurde von der RAI 1948 ins Leben gerufen und findet abwechselnd in verschiedenen italienischen Städten statt.

  • 1958 Prix Italia für "Abendstunde im Spätherbst" von Friedrich Dürrenmatt (ORF-W)
  • 1980 Prix Italia für "Die Überflutung" von Gert Hofmann (ORF-W)
  • 1990 Special Commendation (Kategorie Musik)für "Klanglandschaften" von Bill Fontana (ORF-Kunstradio)
  • 1990 Special Commendation für "After Shave" von Michael Köhlmeier, Peter Klein und Edith-Ulla Gasser (ORF)
  • 1998 Special Commendation für "Rafael Sanchez erzählt 'Spiel mir das Lied vom Tod'" von Petschinka & Rafael Sanchez (WDR/ORF/MDR)
  • 2004 Prix Italia für "Die Beichte" von Felix Mitterer (ORF-T)
  • 2008 Prix Italia für "Santo Subito" von Krok & Petschinka (MDR/ORF)
  • 2010 Prix Italia für "Little Enemyz" von Krok & Petschinka (ORF/MDR)
  • 2021 Special Mention für "Laute Nächte" von Thomas Arzt

Prix Europa

Der Prix Europa ist der bedeutendste europäische Medienwettbewerb in den Kategorien Radio, Fernsehen und Internet. Er entstand aus einer Fusion des traditionsrechen Radiowettbewerbs Prix Futura mit dem ursprünglich nur auf TV-Produktionen ausgerichteten Prix Europa. Der in Berlin situierte Wettbewerb nimmt für sich in Anspruch, das jeweils beste "europäische Hörspiel" des Jahres zu küren.

  • 1981 Prix Futura für "Sprechquartett" von Alexander Widner (ORF-B)
  • 1993 Special Commendation für "Null Bytes" von Petschinka (ORF)
  • 1995 Prix Futura für "Krok" von Petschinka & Helmuth Mössmer (DRS/ORF) (großteils im Wiener Funkhaus produziert)
  • 1993 Special Commendation für "Unruhe" von Werner Kofler (ORF/HR)
  • 2007 Prix Europa für "Santo Subito" von Krok & Petschinka (MDR/ORF)
  • 2010 Special Commendation für "DogGod" von Magda Woitzuck (ORF)
  • 2019 Prix Europa für "Höllenkinder" von Gabriele Kögl (ORF)

Deutscher Hörspielpreis der ARD

Der ARD-Hörspielpreis ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Hörspiele. Er wird von einer fünfköpfigen unabhängigen Jury für die beste, bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe vorgeführte Produktion verliehen. Das prämierte Hörspiel wird von allen Kulturradios der ARD, von Deutschlandradio und von ORF und SRF gesendet.

  • 2018 wurde die ORF-Produktion "Die Schuhe der Braut" von Magda Woitzuck (Regie: Peter Kaizar und Philip Scheiner) mit dem ARD-Hörspielpreis ausgezeichnet.

Premios Ondas

Der Premios Ondas ist ein internationaler Hörfunk- und Fernsehwettbewerb, veranstaltet von Radio Barcelona, einer der Spanischen Rundfunkgesellschaft (SER) angegliederten Rundfunkstation, unter der Schirmherrschaft der Europäischen Rundfunkunion (EBU).

  • 1998 für "Rafael Sanchez erzählt 'Spiel mir das Lied vom Tod'" von Petschinka & Rafael Sanchez (WDR/ORF/MDR)

Hörspielpreis der Kriegsblinden

1950 initiierte der damalige Schriftleiter des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands, Friedrich Wilhelm Hymmen, den Hörspielpreis der Kriegsblinden, der seitdem alljährlich einer Autorin oder einem Autor für das beste deutschsprachige Hörspiel verliehen wird. Die Entscheidung trifft eine Jury, die sich paritätisch aus neun Fachkritikern und neun Kriegsblinden sowie dem Juryvorsitzenden zusammensetzt. Träger des Hörspielpreises ist der Bund der Kriegsblinden Deutschlands; seit 1994 beteiligt sich außerdem die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen an der Trägerschaft. Der "Hörspielpreis der Kriegsblinden" gilt als bedeutendste einschlägige Auszeichnung des gesamten deutschsprachigen Raums.

  • 1998 für "Rafael Sanchez erzählt 'Spiel mir das Lied vom Tod'" von Petschinka & Rafael Sanchez (WDR/ORF/MDR)
  • 2014 für "Hate Radio" von Milo Rau (WDR/ORF)

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