Voest-Chef Eder fühlt Aufwind

"Mehr als ein Mailüfterl"

"Die wirklichen Einbrüche in der Wirtschaft haben wir hinter uns", sagt Wolfgang Eder, Chef der Voestalpine mit weltweit 42.000 Mitarbeitern. Mit der Konjunktur geht es wieder aufwärts, "es ist mehr als ein Mailüfterl", ist Eder überzeugt. Zwar sei er vorsichtig, was die Nachhaltigkeit betrifft, aber bis zum Herbst seien die Auftragsbücher gut abgesichert.

Mittagsjournal, 06.05.2010

Glaubt nicht an "Flächenbrand"

Eder sagt im Ö1-Interview im Club der Wirtschaftspublizisten, er sei zuversichtlich, dass es auch im nächsten Jahr positiv weitergeht - wenn die Konjunktur nicht über die Finanzmärkte oder durch die Krise einzelner Länder abgewürgt werde. Sollte die Griechenlandkrise zum Flächenbrand in Südeuropa werden, habe das sicher auch Auswirkungen auf die Konjunktur. Er glaube aber nicht, dass es so weit kommt.

Mehr Produktion mit weniger Mitarbeiter

Die Voestalpine verordnet sich trotzdem ein engagiertes Sparprogramm: In den nächsten zwei Jahren sollen 500 bis 600 Millionen Euro eingespart werden. Vor allem in den Divisionen Stahl und Edelstahl sollen die Abläufe gestrafft werden. Der Mitarbeiterstand werde auf dem Niveau von nach der Krise gehalten, obwohl wieder wesentlich mehr erzeugt werde.

Gruppensteuer: Eder gegen Abschaffung

Zur Diskussion um die Abschaffung der Gruppenbesteuerung hat Eder eine klare Meinung: "Wir sind dagegen." Die Voest mache zwar derzeit überall Gewinne, daher sie die Gruppenbesteuerung für die Voest im Moment nicht wichtig. Doch die Gruppenbesteuerung sei ein "unglaublich wichtiger Standortfaktor und für viele Unternehmen der Grund, um nach Österreich zu gehen", betont Eder. Eine Abschwächung würde bedeuten, dass viele Firmen den Standort Österreich in Frage stellen, weil andere Länder attraktivere Besteuerungsmodelle haben. "Das heißt, die negativen Konsequenzen gehen weit über das Hinaus, wes der Staat vielleicht an Steuervorteilen hätte."

Übersicht

  • Industrie