Die Forschung als Ware?

Wa(h)re Forschung

Wahre Forschung oder Ware Forschung? Diese Frage stellt ein Symposium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Denn die erkenntnisorientierte Grundlagenforschung weiche unter ökonomischer und politischer Perspektive einer Anwendungsorientierung.

Im Vorfeld des Symposiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kritisierte die Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften, Sigrid Jalkotzy-Deger, dass vor allem den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften wenig Aufmerksamkeit gewidmet werde.

"Wir kennen den nicht-hinterfragten Vorrang der Ökonomie (eigentlich genau betrachtet: der Finanzwirtschaft) und ihrer Heilsversprechen. Was erwartet sich der Durchschnittsbürger heute: Gewähr auf langes Leben und körperliches Wohlergehen, dazu die Befriedigung seiner Wirtschaftsbedürfnisse und seiner `Triebe` in vielfacher Richtung. Da können Geistes- und Kulturwissenschaften nicht immer die richtigen Antworten geben und sie gelten als Luxus und damit als verzichtbar. In Wirklichkeit ist es aber so, dass heute sowohl die Natur- und Lebenswissenschaften, als auch die Geistes- und Kulturwissenschaften, dringend gefordert sind, die komplexen Strukturen und die rasanten Transformationen unserer gegenwärtigen Welt intellektuell zu erfassen und v.a. auch emotional in den Griff zu bekommen. Es ist also ein Unding und wenn nicht sogar ein Wahnsinn, wenn ein relativ kleiner Staat von etwa 8 Millionen Einwohnern einen hohen Prozentanteil seiner Begabungen als irrelevant für seine zukünftige geistige und kulturelle Weiterentwicklung betrachtet - bloß weil ein Markt (der ja nicht näher definiert ist) diese derzeit nicht benötigt", sagt die Vizepräsidentin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Service

Podiumsdiskussion, "Wissenschaftliche Freiheit und politische Zwänge", Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien, Dr.-Ignaz-Seipel-Platz 2, 18:00 Uhr

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