BZÖ will Pflichtfach Wirtschaft

Das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) fordert mehr Wirtschaftsunterreicht an den Schulen und will parlamentarische Initiativen dazu setzen. Anlass ist eine Untersuchung des Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft, wonach Österreichs Jugend zu wenig über die Wirtschaft und ihre Zusammenhänge weiß.

Morgenjournal 24.05.2010

50 Prozent nicht genügend

Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft hat 1900 Studenten Testfragen gestellt. Die Hälfte der Befragten konnte nicht einmal die Hälfte der Fragen lösen. Gefragt wurde zum Beispiel: Wird für einen Österreicher der USA-Urlaub billiger, wenn der Eurokurs steigt? Was passiert mit der Handelsbilanz, wenn Österreich seine Exporte steigert? Und: Wie ist die EU-Kommission zusammengesetzt. Ergebnis: 50 Prozent nicht genügend, 30 Prozent genügend. Und die Hälfte angehenden Akademiker gab zu: "Ich fühle mich nicht ausreichend über internationale Wirtschaft informiert."

Wirtschaft kann man immer brauchen

Das BZÖ nimmt verlangt nun das Pflichtfach Wirtschaft, ab der fünften Schulstufe, in allen Schulformen. BZÖ-Chef Josef Bucher meint, das nützt den Schülern, "weil sie später immer mit Wirtschaftsthemen konfrontiert werden, ob das Wohnungsfinanzierung ist, die Veranlagung des eigenen Kapitals, die Pensionsvorsorge, oder verschiedene Versicherungs- und Sparformen". Im bestehenden Fach Geografie und Wirtschaftskunde falle der Bereich Wirtschaft unter den Tisch, daher wolle man "ein Hauptfach Wirtschaft haben".

Pflicht-"Hauptfach"

Und letztlich, so das BZÖ, seinen Menschen mit Wirtschaftswissen auch mündigere Wähler. Wie viel Ausbildungsstunden Wirtschaft vorgeschrieben werden sollen, darauf will sich BZÖ-Chef Bucher noch nicht festlegen, ebenso wenig sagt er, ob und allenfalls welches andere Schulfach zugunsten der Wirtschaftskunde gekürzt oder gar weggestrichen werden soll. Das BZÖ will und wird im Nationalrat entsprechende Anträge für das Pflichtfach Wirtschaft stellen, sagt Josef Bucher.