Neue Behandlungswege im Krankenhaus Nord in Wien
Emergency Room für Wiener Krankenhaus
Das in Wien geplante Krankenhaus Nord soll eine für Österreich neuartige Form von Notaufnahmestation erhalten. Den sogenannten "Emergency Room".
8. April 2017, 21:58
Wenn ein Patient oder eine Patientin mit akuten Beschwerden heutzutage in ein österreichisches Krankenhaus kommt, sieht er oder sie zunächst einmal den Portier. Dann vergehen mitunter Stunden bis die einschlägigen Fachärzte von den verschiedenen Stationen in die Ambulanz kommen, und den Patienten begutachten.
Alles viel zu lang, zu unsicher, zu unökonomisch und nicht patientengerecht, befindet Wilhelm Behringer, Professor für Notfallmedizin mit Erfahrung in den USA und in Abu Dhabi .Dort überall gibt es teilweise schon seit den 1970er Jahren Emergency rooms, sagt Behringer.
"Diese Abteilung ist dafür da, um als eine Anlaufstelle Patienten rasch zu diagnostizieren und anzubehandeln und an die richtige Abteilung rasch weiter zu leiten. Herausfiltern, aus den Patienten, wer ist kritisch krank, und den kritisch Kranken rasch und richtig zu therapieren."
Besser und schneller versorgt
So eine neue Abteilung koste zwar wieder Geld, aber unterm Strich rentiere sich das: Die Patienten würden besser und schneller versorgt, seien zufrieden, ebenso das Personal, und das Krankenhaus müsse nicht so viele Patienten für so lange wie bisher aufnehmen, die Aufnahmefrequenz steigt, ebenso der wirtschaftliche Erfolg.
Bisher hätte es an bestehenden österreichischen Spitälern Widerstand gegen ein solches System gegeben, sagt Behringer, weil niemand dort Kompetenzen abgeben wolle. Nun wird es eben in ein paar Jahren im neu entstehenden Krankenhaus Nord in Wien-Floridsdorf eingeführt. Für 60.000 Notfallpatienten pro Jahr werde man dort 17 Ärzte und 45 Schwerstern brauchen, schätzt Wilhelm Behringer.
