Korruption nimmt zu

Korruption und Schwarzarbeit in Österreich nehmen zu. Heuer werden dem österreichischen Staat 26 Milliarden Euro aufgrund von Korruption entgehen, der Schaden durch Schwarzarbeit beträgt über 21 Milliarden Euro - Tendenz: stark steigend.

Laut der Studie der Johannes Kepler Universität Linz wird aber gerade die Schwarzarbeit von den Österreichern weitgehend akzeptiert: nur vier Prozent der Befragten finden, daß man Pfuscher anzeigen sollte.

Abendjournal, 28.05.2010

Anstieg in der Krise

Mit Schwarzarbeit wurde im Vorjahr in Österreich um 1 Milliarde Euro mehr verdient als im Jahr davor. Im Bereich der Korruption ist der Schaden um 2 Milliarden Euro gestiegen.

Hauptgrund für die rasante Zunahme sei die Krise, sagt Friedrich Schneider vom Institut für Volkswirtschaftslehre an der Johannes Kepler Universität Linz.

In Krisenzeiten gebe es weniger Aufträge, mehr Arbeitslose, einen härteren Kampf um Großprojekte und - in Folge: mehr Bestechung.

Österreicher tolerieren Schwarzarbeit

Andererseits sei die Toleranz der Österreicher gegenüber Schwarzarbeit relativ groß, sagt Schneider: die Hälfte der Österreicher betrachte Pfuschen als Kavaliersdelikt, nahezu 100Prozent sagen, dass sie Pfuscher nicht anzeigen und hohe Geldstrafen für Schwarzarbeit nicht für gerechtfertigt halten. Ohne Rechnung werden vor allem Reinigungskräfte bezahlt - und Bauarbeiter, sagt Schneider.

Weiterer Anstieg erwartet

Ein Drittel der Schwarzarbeit betreffe die Organisierten Kriminalität, so Schneider. Hier müsste man seiner Ansicht nach deutlichere Maßnahmen ergreifen als bisher.

Auch für euer prognostiziert Schneider, dass Korruption und Schwarzarbeit in Österreich weiter zunehmen werden.