Next Ideas

"Next Ideas", so heißt die Sommerserie, die Ö1 am Termin der Sendereihe Digital.leben präsentiert. Die Sendereihe stellt Projekte vor, die zum diesjährigen Prix Ars Electronica eingereicht wurden und sich mit der Welt von Morgen beschäftigen.

Seit 1987 gibt es den Prix Ars Electronica, und – so sieht es jedenfalls der Leiter der Ars Electronica, Gerfried Stocker – jetzt ist die digitale Kunst am Weg zurück zum Menschen.

Ging es zuerst um die Aneignung und Entwicklung digitaler Technologien für künstlerische Zwecke im Sinne künstlerischer Avantgarde, so gilt es nun, da Computertechnik und die dazugehörigen digitalen Welten aus keinem Kinderzimmer der technologisch entwickelten Welt wegzudenken sind, zurück zu den Menschen zu finden.

"Wer repariert, hat Zukunft"

"Repair" ist dementsprechend das heurige Thema des Ars Electronica Festivals, das im kommenden September stattfindet – "Wer repariert, hat Zukunft", sagen die Veranstalter. Diese Einschätzung ist auch bei vielen der diesjährigen Einreicher/innen und Preisträger/innen beim Wettbewerb um die Goldenen Nicas spürbar.

3.083 Projekte aus 70 Ländern wurden eingereicht. Dreieinhalb Tage haben 34 Jurymitglieder die Projekte gesichtet und beurteilt. In den sieben Wettbewerbskategorien: Hybrid Art, Computer Animation/ Film/VFX, Interactive Art, Digital Musics, Digital Communities, dem österreichweit ausgeschriebenen Jugendwettbewerb "u19 – freestyle computing" und in "the next idea", der von der voestalpine unterstützten Kategorie, werden die "Oscars der Medienkunst" verliehen. Ö1 widmet sich besonders den Projekten dieser Kategorie, deren Preisträger bei der Verwirklichung unterstützt werden sollen.

"the next idea"

Auch wenn die elektronische Revolution eine Informations- und Bildungsrevolution geworden ist und die Zugänge zu Information demokratisiert hat, der "digital gap", also der Unterschied zwischen Menschen, die Zugänge haben, und jenen, die sie nicht haben, ist eine weitere Bedrohung für die Partizipationschancen von Millionen von Menschen an der globalen Informationsgesellschaft.

Deshalb ist eines der prämierten Projekte von "next idea" auch "Intelligent Solar Powered 3G-WiFi Broadband Access". Bruce Baikie will speziell für wenig entwickelte Gebiete ein wasser- und staubdichtes, stromnetzunabhängiges Gerät entwickeln, das Breitband-Internetanschlüsse überall auf der Welt ermöglicht.

Das schwärzeste Schwarz

Gewonnen hat diese Kategorie ein technologisch orientiertes Kunstprojekt. Es geht um die Kreation des schwärzesten Schwarz, das die Welt bisher noch nicht gesehen hat, so schwarz, dass es fast unsichtbar ist. Frederik de Wilde, ein Künstler aus Belgien, setzt mit seiner Idee für Hostage hochtechnologisch einen Weg fort, den der russische Maler Kasimir Malewitsch mit seinem schwarzen Quadrat begonnen hat.

De Wilde will die Wahrnehmungsmöglichkeiten durch Reduktion erweitern. Die Oberfläche des schwärzesten Gemäldes der Welt wird aus Kohlenstoffnanoröhrchen zusammengesetzt, die so gut wie alles Licht absorbieren und in Wärme umwandeln können.

Und hier sieht Gerfried Stocker ein weiteres Mal die engen Verbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft: Beide Disziplinen sind geprägt von Erkenntnisinteresse und dem Drang, etwas Neues herauszufinden. Frederik de Wilde wird für sein noch nicht realisiertes Projekt nach Linz kommen und als Artist/Scientist in Residence drei Monate lang im Ars Electronica Center arbeiten.

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