Doppel- und Dreifachbelastung als Ursache
Burn-out: Frauen besonders betroffen
Vieles, was in den vergangenen Tagen diskutiert worden ist, betrifft vor allem Frauen. Etwa die Erkenntnis, dass psychische Belastung am Arbeitsplatz vor allem für Frauen ein großes Problem ist. Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) führt das auf Doppel- und Dreifachbelastung der Frauen zurück. Die Wehrpflicht für Frauen, die auch als Thema aufgekommen ist, würde die Frauen sicher nicht entlasten.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 23.07.2010
Frühpension wegen seelischer Erkrankungen
Seelische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen sind bei Frauen schon der häufigste Grund in Frühpension zu gehen. Bei Männern ist es der zweithäufigste.
SPÖ: Psychologische Betreuung in Betrieben
Angesichts des dramatischen Anstieges bei den psychischen Erkrankungen und damit verbundener langer Krankenstände fordert der Gesundheitssprecher der ÖVP Erwin Rasinger eine psychologische Behandlung auf Krankenschein, damit sich nicht nur Reiche eine solche Behandlung leisten können. Gesundheitsminister Alois Stöger von der SPÖ hält das allerdings für keine gute Idee, er fordert von den Betrieben, sich um das seelische Wohl ihrer Mitarbeiter zu kümmern.
Wehrpflicht für Frauen?
Eine Maßnahme, die Frauen mit Sicherheit nicht entlasten würde, wäre, die Wehrpflicht für sie einzuführen. Eine Diskussion darüber hat Bundespräsident Heinz Fischer mit einem Zeitungsinterview losgetreten, ungewollt, denn er sei gar nicht für die Frauenwehrpflicht, wie Fischer nach dem entrüsteten Nein aller Parteien betonte.
ÖVP für Kürzungen von Sozialleistungen
Missverstanden fühlen sich auch die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP vom jeweils anderen im Streit um die Budgetsanierung. Die SPÖ serviert quasi im staccato neue Steuervorschläge zum Thema Reichen- und Vermögenssteuer, die ÖVP fordert darob ein Machtwort von Parteichef Faymann und lehnt so gut wie alle Steuervorschläge postwendend ab. Und betont, dass man um Kürzungen bei Wirtschaftsförderungen und Sozialleistungen nicht herum kommen werde. Zum Beispiel stellt die zuständige Familienstaatssekretärin Christine Marek in Frage, ob es nach 2010 noch ein Geld vom Bund für den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze für die Unter Dreijährigen geben wird.
Morgenjournal, 23.07.2010
Interview mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Doppel- und Dreifachbelastung
Psychische Probleme wie Burnout oder Depression sind bei Frauen schon der häufigste Grund für die Invaliditätspension. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ führt das auf die Doppel- und Dreifachbelastung der Frauen zurück, die sich um Beruf, Haushalt, Kinderbetreuung und oft auch Altenbetreuung kümmern müßten. Sie befürwortet auch die Behandlungung dieser seelischen Leiden auf Krankenschein. Innerhalb des Budgets könnte Geld zugzunsten der Familien umgeschichtet werden, ist sie überzeugt.
