Angebliche Haider-Millionen: Koloini relativiert

Die angeblichen Millionen-Konten des früheren Kärntner Landeshauptmannes Haider in Liechtenstein geben immer neue Rätsel auf: Tagebuch-Eintragungen des Ex-FPÖ-Politikers und Lobbyisten Walter Meischberger geben neue Hinweise darauf, dass Haider Millionen erhalten haben soll. Meischberger bezieht sich auf Gespräche mit einem Haider-Vertrauten. Dieser sagt gegenüber Ö1, dass es dabei nur um Gerüchte gegangen sei.

Morgenjournal, 03.08.2010

Geld aus Libyen und Irak?

Viel Rätselraten, viele Gerüchte und wenig Gesichertes - das Verwirrspiel um die angeblichen Haider Millionen geht weiter: Die Wiener Stadtzeitung Falter und die Kronen-Zeitung berichten in ihren heutigen Ausgaben von einem Tagebuch des ehemaligen FPÖ-Generalssekretärs Walter Maischberger, darin schreibt dieser über Zahlungen von 45 Millionen Euro an die FPÖ durch Libyens Machthaber Gaddafi. Außerdem soll auch Geld von Saddam Husseins Söhnen geflossen sein - und zwar auf Konten in die Schweiz. Das alles will Meischberger laut Tagebuch vom ehemaligen Sekretär Haiders, Franz Koloini, erfahren haben. Was dieser allerdings relativiert.

Koloini: Gerüchte

Ein Radio-Interview will Koloini zwar nicht geben, am Telefon stellt er aber klar: Ein Gespräch mit Meischberger habe es zwar gegeben, dabei sei es aber nur um Gerüchte über Jörg Haider gegangen. Ob es die Millionen-Zahlungen von Gaddafi und Hussein geben habe oder nicht, wisse er nicht, so Koloini. Das alles habe er auch schon der Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Diese bestätigt zwar, dass Koloini einvernommen worden ist und sie bestätigt auch, dass ihr das Tagebuch Meischbergers seit einer Hausdurchsuchung vorliege - zu den Inhalten will man in beiden Fällen aber nicht Stellung nehmen.
Das tut aber Haiders langjähriger Vertrauter und Obmann der Freiheitlichen in Kärnten Uwe Scheuch.

U-Ausschuss möglich

Scheuch glaubt weiter nicht daran, dass an den Vorwürfen gegen Jörg Haider etwas daran sei, sagt er in der Zib 2, auch von Geld aus dem Irak wisse er nichts.

Sollte es im Parlament einen Antrag für einen Untersuchungsausschuss zur Causa Haider-Konten geben, dann werden die drei FPK-Abgeordneten im Nationalrat zustimmen, so Scheuch.