Mehr Kunden, aber weniger Einnahmen
Magere Zahlen für Telekom
Die Telekom Austria spürt die Wirtschaftskrise. Denn in schlechten Zeiten ist der Preiswettbewerb im Mobilfunk umso härter. Auch die Festnetzsparte verliert weiter Kunden. Deshalb sind die Gewinne im ersten Halbjahr heuer enttäuschend ausgefallen. Aber es soll besser werden: die Fusion von Festnetz und Mobilgeschäft soll helfen.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 18.08.2010
Immer mehr telefonieren immer billiger
Die Kunden kommen, aber sie wollen billiger telefonieren. Die Telekom Austria gewinnt zwar Kunden im Mobilfunkgeschäft dazu, sowohl in Österreich als auch in Osteuropa, aber der harte Preiskampf nagt am Gewinn, sagt Telekom Austria Chef Hannes Ametsreiter: "Umsatzseitig haben wir den Druck der Wettbewerber gespürt und das schlägt sich im Ergebnis nieder."
Handy statt Festnetz
Auch der Trend dass immer mehr Österreicher ihr Festnetz abmelden und mehr mit dem Handy telefonieren hält an. Unterm Strich ist deshalb der Nettogewinn im ersten Halbjahr um knapp fünf Prozent auf knapp 160 Millionen Euro gesunken. Das ist weniger als Analysten erwartet hatten.
Aber, Hannes Ametsreiter ist zuversichtlich: Im schwächelnden Festnetzgeschäft sei die Trendwende geschafft, denn heuer haben nur halb so viele Kunden ihr Festnetz abgemeldet als noch vor einem Jahr. Die Telekom will sogar bald wieder Kunden dazugewinnen, mit Kombiangeboten für Handy, Festnetz, Internet und Fernsehen.
Viel Verkehr auf den Highways
Geld in die Kassen bringt auch das Geschäft mit den Daten, also wenn Kunden aus dem Internet Dienstleistungen auf den Computer und das Handy herunterladen. Daten seien das Geschäft der Zukunft, deshalb investiert die Telekom weiter in den Ausbau der Infrastruktur. "Wir sehen, wenn wir Datenhighways bauen, dann werden sie auch befahren." Vor allem die Explosion der Smartphones trage dazu bei.
100 Millionen mehr pro Jahr?
Die Zusammenlegung des Festnetz und Mobilfunkgeschäfts hat sich im ersten Halbjahr noch kaum auf die Bilanz geschlagen. Die größten Kosten dafür werden erst im zweiten Halbjahr anfallen, sagt Ametsreiter. Die Gewinne aus der Fusion lassen noch auf sich warten. Ab 2014 rechnet er mit einem deutlich positiveren Ergebnis: "Das heißt, um 100 Millionen Euro pro Jahr besser."
Abbau von Mitarbeitern
Die Telekom Austria setzt außerdem ihren Mitarbeiterabbau fort. 300 Mitarbeiter hat das Unternehmen heuer weniger als vor einem Jahr. Wie viele im nächsten Jahr gehen müssen, kommentiert Ametsreiter nicht. Allerdings sollen im Herbst 30 bis 50 weitere unbefristete Beamte von der Telekom zum Bund wechseln. 100 haben den Schritt bereits getan, der Wechsel soll künftig auch schmackhafter werden, indem höher qualifizierte Stellen angeboten werden.
Optimismus und volle Kassen
Unterm Strich ist man bei der Telekom Austria zuversichtlich: Der Jahresgewinn soll besser ausfallen als erwartet, es wird weiter gespart, der starke Preiswettbewerb werde nicht schlimmer werden, und die Kassen seien voll genug, um wichtige Investitionen zu machen.
Zu Gerüchten, dass ein russisches Unternehmen die noch teilverstaatliche Telekom Austria übernehmen will sagt Ametsreiter: Er gibt keine Gespräche.
