Neue Zuflucht vor Abschiebung

Eine neue private Einrichtung will Familien, die von Abschiebung bedroht sind, unter die Arme greifen. In Wien wurde das "Freunde schützen"-Haus eröffnet. Es bietet Platz für 50 Familien, deren Asylverfahren beendet ist, und die sich in fremdenpolizeilichen Verfahren befinden.

Abendjournal, 17.09.2010

Zufluchtsort

Der endgültige Ausweisungsbescheid ist eingelangt, die Wohnung bereits aufgekündigt, in jeder Sekunde kann die Fremdenpolizei kommen.

Vor dieser Situation stehen die Familien, die heute als erstes in das Haus der Initiative "Freunde schützen" einziehen. Die Arndtstraße im 12. Wiener Gemeindebezirk soll ein Zufluchtsort für all jene sein, die kurz vor der Abschiebung stehen, sagt die Juristin Karin Klaric. Sie stehen meist unter massivem psychischen Druck durch die Behörden.

Private Spenden

Mit dem für alle zugänglichen Asyl-Heim wollen die Initiatoren den nervenaufreibenden Alltag der Asylwerber und ihrer Freunde aufzeigen und dokumentieren, unter welchen schwierigen Umständen die Aslywerber leben müssen. Auch für den alleinerziehenden Vater von vier Kindern, dem Mazedonier Nikola Kolosseski, sieht es schlecht aus.

Heute ziehen vier Familien in das durch private Spenden finanzierte Haus ein. in den nächsten Wochen erwarten sich die Initiatoren noch mehr Familien, die hier auf ihre Abschiebung warten werden. Insgesamt haben bis zu 200 Personen Platz.