Julian Weidenthaler, Visuelle Kommunikation

Von der Jazz-Gitarre wechselte er zur Kunst: Julian Weidenthaler, Jahrgang 1981, der an der Kunst-Uni Linz Visuelle Kommunikation studiert. Der vielseitige Künstler, dessen Arbeiten auch Musik umfassen, war 2010 für seine Arbeit "UNI:VERSE" für den "Golden Pixel Award" nominiert.

"RSS Soundgenerator"

Audiovisuelle Installation von Julian Weidenthaler (MaxMSP/Jitter, 2009).

"Ich habe als Musiker begonnen, denn das war immer schon meine Leidenschaft. So habe ich zunächst Jazz-Gitarre studiert.

Durch Andreas Weixler, der an der Bruckner Privat-Uni und an der Kunst-Uni Linz unterrichtet, habe ich mein großes Interesse für elektronisch generierte Musik entdeckt - und wechselte schließlich zur Kunst", berichtet Julian Weidenthaler, gebürtiger Halleiner, der in Lochen in OÖ. aufgewachsen ist, Jahrgang 1981, über seine Entwicklung.

Seit 2009 absolviert er das Master Studium "Visuelle Kommunikation" an der Kunstuniversität Linz bei Tina Frank. Abschließen wird er 2012.

Davor studierte er das Fach "Zeitbasierte und Interaktive Medien", das er im Vorjahr mit Auszeichnung mit dem Bachelor beendet hat.

Zunächst hatte Weidenthaler 2003 an der Anton Bruckner Privatuniversität bei Peter O'Mara mit dem Jazz-Gitarre-Studium begonnen. Außerdem absolvierte er damals auch den Universitätslehrgang "Musik und Medientechnologien" bei Karl-Heinz Essl, Adelhart Roidinger und Andreas Weixler.

Ein weites Feld als "Computational Artist"

"Meine Palette reicht von audiovisuellen Installationen und Performances, über Grafikdesign bis zu Fotografie, mit der ich nun beginne", beschreibt Weidenthaler, der sich als "Computational Artist" bezeichnet, die Bandbreite seiner Medien.

Computer als Instrument

"Mein Instrument ist der Computer - denn er kommt bei allen Arbeiten, gleichgültig um welches Genre es sich handelt, zum Einsatz", erläutert der junge Künstler.

Mit Studienführer "UNI:VERSE" ...

Zu einer der wichtigsten und jüngsten Arbeiten von Julian Weidenthaler zählt seine Studienführer "UNI:VERSE" für die Kunst-Uni Linz, der in Zusammenarbeit mit seiner Kollegin Letitia Lehner entstanden ist:

"Mit dieser Image-Publikation haben wir versucht, die Kunst-Uni Linz als eine Gesamteinheit präsentieren, die für traditionell etablierte Werte steht, aber auch den Zeitgeist aufgreift und auf experimentelle, innovative Weise wiedergibt. Zusätzlich soll damit die Uni als interessanter Kooperationspartner vorgestellt und in einem internationalen Kontext positioniert werden."

... für "Golden Pixel Award" nominiert

Und mit dieser Arbeit war Weidenthaler 2010 für den "Golden Pixel Award" in der Kategorie "Studentenprojekte" nominiert.

Installation "RSS Soundgenerator"

Eine weiteres wichtiges Projekt Weidenthalers ist seine audiovisuelle Installation "RSS Soundgenerator", die 2009 entstanden ist:

"Hier werden aktuelle RSS Feeds von Nachrichtensendern aus dem Internet geladen und mit Hilfe eigener Algorithmen und Transformationsregeln verarbeitet. Die Texte laufen wie bei einer Laufschrift eine Wand entlang und werden bei jedem Durchgang um einen Buchstaben gekürzt.

Die so entstehenden Klangstrukturen haben einen meditativen sowie einen wiederholenden Charakter. Es sind glockenähnliche Klänge, angelehnt an die schon im Mittelalter zur Ankündigung wichtiger Ereignisse dienenden Glockenklänge."

"PULS" bei "Ars Electronica"

Und mit "PULS (Part of Frozen Music)", bespielte er live im Rahmen des "Ars Electronica"-Festivals 2010 die Tabakfabrik Linz.

Mitwirkende waren Marco Palewicz (electronics), Petra Wurz (flute), Michael Mittersteiner (percussion), sowie Rupert Huber (piano).

Ausstellungen und Aufführungen

Seit 2006 ist Julian Weidenthaler bereits vielfach in Ausstellungen und Aufführungen vertreten:

So unter anderem bei der Ausstellung "Hello World" mit der interaktiven Installation "YOUTUBER", die gemeinsam mit Gregor Göttfert entstand (2009), bei der Produktion von Brechts "Im Dickicht der Städte" in der Regie von Matthias Langhoff am Landestheater Linz, wo er als Live-Musiker mitwirkte (2009/10), sowie bei der "Real Fake"-Schau an der Kunst-Uni Linz mit seiner interaktiven Installation "Ich bin" (2010).

Freischaffend tätig sein

Derzeit bereitet der junge Künstler die audiovisuelle Performance "Skylines", die Städte auf audiovisueller Basis vergleicht, vor, für die er eine Studienreise nach New York unternimmt.

Wie lauten seine Zukunftswünsche? "Dass ich als freischaffender Künstler leben und alle Bereiche, in denen ich tätig bin, abdecken kann - von Installation bis Grafikdesign", so Julian Weidenthaler.

Service

E-Mail – Julian Weidenthaler

Kunstuniversität Linz
Anton Bruckner Privatuniversität
Julian Weidenthaler - Portfolio
Golden Pixel Award
Kunstuniversität Linz - Ausstellung "hello world - time goes public"
Kunstuniversität Linz - "REAL FAKE"
Landestheater Linz - "Im Dickicht der Städte"