Kunstprominenz bei der Vienna Art Week

Am Dienstag, 16. November 2010 wurde die Vienna Art Week im Dorotheum mit einem großen Fest eröffnet. Die Kunstszene feierte diese Initiative des Dorotheums, die Wien heuer zum sechsten Mal als Kunststandort zur Geltung bringen will und die Stars der Kunstszene nach Wien holt.

Kultur aktuell, 17.11.2010

Zu diesem Zweck treffen auch heuer wieder vom 15. bis zum 21. November Direktoren internationaler Museen, Kuratoren, Sammler und Kritiker aus aller Welt mit Persönlichkeiten aus der heimischen Kunstszene zusammen.

23 österreichische Kunstinstitutionen wie Secession und Künstlerhaus laden zu Sonderführungen in ihre Sammlungen, zu Diskussionen und Symposien ein. Es gibt Vernissagen in den Galerien, Führungen in Künstlerateliers und vieles mehr.

Zeitgenössisches neben Alten Meistern

In einer gemeinsamen Anstrengung koordinieren große und kleine Kunstinstitutionen jedes Jahr eine Woche lang ihr Programm und laden die wichtigsten internationalen Künstler, Kuratoren und Museumsdirektoren nach Wien ein. Vernetzung heißt das. Der neue Trend der Museumswelt, zeitgenössische Kunst unter die Alten Meister zu mischen, wurde etwa von Kuratoren aus den bedeutendsten Museen der Welt wie der Eremitage in St. Petersburg oder dem Louvre in Paris in einer Podiumsdiskussion erörtert.

Launig erinnerte Colin Wiggins von der National Gallery in London ältere Besucher, die das als Schock empfinden, daran, dass auch Gemälde aus dem 16. Jahrhundert mit ihren Darstellungen von Mord, Verstümmelung und Sodomie nicht harmlos sind - nur eben in einem Goldrahmen. Colin Wiggins forderte - wie die Vertreter der anderen Museen -, den ehrwürdigen Sammlungen ihre Fürchterlichkeit mit Hilfe der zeitgenössischen Kunst zurückzugeben.

Jeff Wall und James Turrell

Kunststars wie der Fotokünstler Jeff Wall und der Lichtkünstler James Turrell traten schon am Montag in Diskussionen im MAK beziehungsweise im MUMOK auf. James Turrell, der allein mit Licht Formen schafft, die aussehen als hätten sie ein physisches Gewicht, setzt sich mit seiner Kunst dafür ein, Licht zu schätzen wie Gold oder Silber.

Dieser alljährliche Aufmarsch der Künstlerprominenz trägt sicher ebenso wie die Galerienrundgänge und die Führungen durch die Künstlerateliers dazu bei, dass die internationale Reputation von Wien als Kunststandort steigt. Belvedere-Direktorin Agnes Husslein erklärt: "Wir haben mit Hilfe vieler Institutionen, aber auch mit Hilfe der Auktionshäuser, Händler und Sammler, in den letzten zehn Jahren einen unheimlichen Schub nach vorne gemacht."

Wiens Kunstszene ist vital

Ohnehin ist Wien auch im europäischen Vergleich ungemein vital. Bedenkt man allein die Bauprojekte, die in den nächsten Jahren fertig gestellt werden sollen: von der Eröffnung des 20er Hauses, der Kunstkammer, des Biedermeier-Museums im Liechtenstein-Stadtpalais bis hin zu dem neuen Museum, das die Stadt Wien plant.

Textfassung: Rainer Elstner

Service

Vienna Art Week