Kinos und Theater geschlossen
Kulturschaffende streiken in Italien
Um gegen die drastischen Sparmaßnahmen der Regierung im Kulturbereich zu protestieren bleiben am Montag in Italien alle Kinos und Theater geschlossen. Auch viele Konzerte und Opernaufführungen werden nicht stattfinden.
8. April 2017, 21:58
Abendjournal 22.11.2010
Kulturbudget um 40 Prozent gekürzt
Es ist ein herber Schlag für die Kulturschaffenden in Italien. Um stolze 40 Prozent geringer wird das Kulturbudget im kommenden Jahr ausfallen. Die Kürzungen gehen quer durch. Museen, Filmsponsoring, Ausgrabungen – sie alle werden deutlich weniger – oder gar kein Geld mehr erhalten.
Marode Kulturstätten
Dabei sind viele Kulturstätten in Italien in einem äußerst maroden Zustand. Wie dramatisch die Situation ist, hat erst vor kurzem der Einsturz eines Bauwerks in Pompeji gezeigt. Wegen fehlenden Geldes konnte das Haus nicht genügend gegen eindringendes Regenwasser geschützt werden.
Tausende Arbeitsplätze bedroht
Der heutige Streik von rund 250.000 Mitarbeitern von Kinos, von Schauspielern oder Autoren soll die Aufmerksamkeit auf die schwierige Situation im Filmbereich lenken. Rund 30 Prozent aller Beschäftigten werden ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn das Budget wirklich so gekürzt wird, sagt die Gewerkschaft.
Die Forderung der Streikenden ist nicht nur, das Kulturbudget zu belassen wie es ist – sondern auch steuerliche Erleichterungen die vor zwei Jahren ausgelaufen sind, wieder in Kraft zu setzen.
Proteste im römischen Kinosaal
Zur Hauptprotestveranstaltung in Rom sind rund 1.500 Menschen gekommen. Darunter auch bekannte Künstler und Schauspieler. In einem großen Kinosaal hat man sich getroffen, um gleich konkret zu zeigen, was passieren würde, wenn die Einsparungen kommen wie geplant. Denn der Mietvertrag für dieses Kino läuft in wenigen Monaten aus und ohne finanzielle Hilfe ist an die Verlängerung des Mietvertrags nicht zu denken.
Kulturminister zeigt Verständnis
Kulturminister Sandro Bondi zeigt durchaus Verständnis für die Proteste. Er verspricht, sich für die Wiedereinführung der Steuererleichterungen einzusetzen. Und möglicherweise könne auch die eine oder andere Härte, die durch das Sparpaket verursacht wurde, abgefedert werden. Am grundsätzlichen Sparkurs werde sich aber nichts ändern.
