Eine Million Lungenkranke

COPD: Oft unerkannte Krankheit

Wieder einmal belegen Zahlen die folgenschweren Auswirkungen des Rauchens: rund eine Million Menschen in Österreich leidet an der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit COPD. Weniger als die Hälfte von ihnen ist in Behandlung, die andere Hälfte weiß nichts davon. Der neue COPD-Patientenbericht weist auf die Schwachstellen in Früherkennung und Behandlung hin.

Mittagsjournal, 18.01.2011

Zu spät zum Arzt

Mehr als 90 Prozent der COPD-Erkrankungen sind auf aktives und passives Inhalieren von Zigarettenrauch zurückzuführen, sagt der Wiener Lungenfacharzt Wolfgang Popp. Die ersten Symptome treten meist erst ab dem 40.Lebensjahr auf. Auch dann lassen sich viele noch Zeit. Laut Patientenbericht sind ein Viertel der Befragten erst zwei Jahre nach Auftreten der Symptome zum Arzt gegangen.

Abklären lässt sich die Erkrankung durch einen Lungenfunktionstest. Dieser ist bei Lungenfachärzten gratis. Bei praktischen Ärzten muss der Test in den meisten Bundesländern selbst bezahlt werden. Ärzte fordern eine flächendeckende Bezahlung durch die Kassen, denn Früherkennung ist bei COPD wichtig, sagt der Allgemeinmediziner Erwin Rebhandl.

Leben komplett umstellen

Durch viel Bewegung und vitaminreiche Nahrung lässt sich die chronische Bronchitis im Frühstadium verbessern, sagt der Lungenfacharzt Professor Popp. Im Spätstadium vermindert COPD die Lebensqualität enorm. 40 Prozent der unter 60-Jährigen beziehen aufgrund ihrer Erkrankung eine Invaliditätspension.

Über die Hälfte der Betroffenen wünscht sich laut dem Patientenbericht mehr Kur- und Rehabilitation und 70 Prozent wollen mehr Unterstützung bei der Raucherentwöhnung.