Wiederaufnahme der "Csárdásfürstin"

"Die Csárdásfürstin" gilt als das zentrale Werk Emmerich Kálmáns, als Höhepunkt der silbernen Operettenära überhaupt. Leo Stein und Béla Jenbach lieferten das witzige Libretto zu diesem Operettenklassiker. 1966 erstmals an der Volksoper zu sehen, kehrt die bejubelte Produktion von 1987 nach zweijähriger Pause zurück auf die Bühne der Volksoper. Allerdings in einer zeitgemäßen Form.

Robert Herzl hat seine Produktion mit den neuen Sängern der Wiener Volksoper überarbeitet. Ab Samstag, 12. März 2011, ist sie dort zu sehen.

Kulturjournal, 12.03.2011

Die verwirrende Liebesgeschichte rund um die Varietésängerin Sylva Varescu und den Fürstensohn Edwin gilt bis heute als Kálmáns größter Erfolg. Vor 29 Jahren hatte die sehr choreographisch gehaltene Inszenierung von Robert Herzl in den Bühnenbildern von Pantelis Dessyllas ein fast revolutionär neues Licht auf die Operette geworfen: Bis zur Premiere war man sich vonseiten der Volksoper nicht sicher gewesen, ob das Volksopern-Publikum sie annehmen würde. Am Tag nach der Premiere aber war von einem durchschlagenden Erfolg des neuen Ensembles und einer neuen Operettenästhetik zu lesen.

Dem 21. Jahrhundert angepasst

Die Produktion ging auf Tournee - von Japan bis Amerika und wurde bis heute immer wieder aufgenommen. Allerdings blieb da immer die Grundstruktur von anno dazumal erhalten. In den vergangenen fünf Wochen hat nun Robert Herzl seine Produktion im wahrsten Sinne des Wortes entstaubt: Nicht nur die Regie wurde auf die neuen Sänger abgestimmt, auch der Text wurde bearbeitet, die Bühnenbilder wurden ausgebessert, zum Teil erneuert, die Kostüme zum Teil neu gestaltet und so der Ästhetik des 21. Jahrhunderts Rechnung getragen.

Ingeborg Schöpf in der Titelpartie

Alle großen Operettendiven des Hauses haben früher an dieser Produktion mitgewirkt: Von Sigrid Martikke über Marjana Irosch bis Elisabeth Kales. Dann schienen sich die echten Operettendiven rar machen zu wollen. Heute hat das Genre die Krise überwunden.

In der Titelpartie ist Ingeborg Schöpf zu hören. An ihrer Seite: Dominik Köninger, Kurt Schreibmayer, Maria Happl und Peter Matic. Am Pult des Volksopernorchesters steht damals wie jetzt Rudolf Bibl.

Textfassung: Ruth Halle

Service

Emmerich Kálmán, "Die Csárdásfürstin", 12. März bis 25. April 2011, Volksoper Wien,
Ö1 Club-Mitglieder bekommen ermäßigten Eintritt (zehn Prozent).

Volksoper

Übersicht

  • Operette