"Ein großer Europäer"

Der Tod Otto Habsburg-Lothringens bewegt auch die österreichische Innenpolitik und sorgt für Betroffenheit im Ausland. Vom Bundespräsidenten abwärts haben alle Parteichefs den Tod Habsburg-Lothringens bedauert und ihn als großen Europäer gewürdigt.

Abendjournal, 4.7.2011

Eva Haslinger

Faymann: "Gegnerschaft zu Faschismus"

Das offizielle Österreich trauere um einen Menschen, der sich auf seine Art Respekt erarbeitet und verdient habe, sagt Bundespräsident Heinz Fischer: „Das ist keine monarchistische Manifestation, sondern das ist die Trauer um einen Menschen, der seine Verdienste hat, der sein Format hat, der ein Österreicher und ein Europäer war.“

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) würdigt Habsburg-Lothringens „entschiedene Gegnerschaft zu Nationalsozialismus und Faschismus und sein Auftreten für ein friedliches und vereintes Europa“.

Strache: "Großer Staatsmann"

Otto Habsburg-Lothringen war ein glühender Europäer, der maßgeblichen Anteil hatte an der friedlichen Öffnung des Eisernen Vorhanges, meint Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP): „Er ist jemand gewesen, der auch in den dunkelsten Kapiteln unserer Vergangenheit dafür eingetreten ist, dass Österreich ein selbstständiges, eigenständiges Land bleibt.“

Österreich verliere einen großen Staatsmann, sagt FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (FPÖ). BZÖ-Obmann Josef Bucher nennt Habsburg-Lothringen einen Kämpfer für Österreichs Unabhängigkeit und Freiheit. Mit Otto Habsburg-Lothringen gehe ein Teil österreichischer Geschichte, so Grünen-Chefin Eva Glawischnig.

Von Bayern bis Brüssel

Trauer auch in Bayern, wo Habsburg-Lothringen zuletzt wohnte. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU): "Für uns ist Otto von Habsburg ein ganz großer Staatsmann und Europäer gewesen und der Tod stimmt und traurig."

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bezeichnet Habsburg-Lothringen als einen großen Europäer.