Singin In The Rain

Das US-amerikanische Filmmusical aus dem Jahr 1952 ist vor allem wegen seiner berühmten Regenszene mit Gene Kelly berühmt geworden. Jetzt ist "Singin In The Rain" auf der Bühne der Wiener Kammerspiele zu erleben.

Regie führt Werner Sobotka, der an den Kammerspielen schon mehrere bekannte Filme für die Bühne adaptiert hat, zuletzt "Manche mögens heiß" oder "Cabaret". Musicals, die aus alten Filmstoffen generiert werden, haben nicht nur am Broadway und in London Hochsaison.

Kultur aktuell, 22.09.2011

Trend aus London

Von den Plakatwänden der Londoner U-Bahnschächte winken die 1980er Jahre. Doch die vermeintlich alten Filmplakate, die "Rocky", "Batman", "Dirty Dancing", oder die "Addams Family" ankündigen, sind Werbung für die allerneuesten Musicalproduktionen.

Der Trend, Filmstoffe ins Theater zu bringen, zeichnet sich gerade in diesem Genre besonders stark ab. Am Broadway und Londonoer Westend boomen Musicals wie "Billy Elliot", "Mary Poppins", "Shrek" und "Spider man". Und auch hierzulande recyclet man erfolgreiche Filme gerne fürs Musical - jüngstes Beispiel "Sister Act" im Wiener Ronacher.

Eigenes Ensemble

"Natürlich ist überall das wichtigste, das man ein Geld damit verdient", sagt Regisseur Werner Sobotka, der an den Kammerspielen schon mehrere bekannte Filmstoffe adaptiert wie "Sugar - manche mögens heiß" und "Cabaret". Nicht mangelnde neue Stoffe seien der Grund für den Trend, meint Sobotka, sondern mangelnde Risikobereitschaft von Seiten der Produzenten und des Publikums, so Sobotka.

Bei "Singing In The Rain" versucht man möglichst, die Filmbilder in den Köpfen auszulöschen - mit denen könne man ohnehin nicht konkurrieren, so Sobotka. Weil der technische Aufwand ziemlich groß ist, vor allem die Beseitigung des Bühnenregens macht Schwierigkeiten, muss man 50 Mal in Folge, also ensuite, spielen. Deshalb konnte man auch niemanden vom Hausensemble engagieren, da sonst die Josefstadtschauspieler blockiert gewesen wären. Außerdem musste das Ensemble steppen können, das sei am Theater keine gefragte Kunstform mehr, so Sobotka. Also mussten auditions gemacht werden.

Gaines Hall, Nina Weiß und Ramesh Nair, der auch für die Choreografie verantwortlich zeichnet, sind in den Hauptrollen der Stummfilmstars zu sehen, die sich nach der Tonfilmrevolte in Hollywood einer neuen Ära anpassen müssen.

Dass er neben dem leichten, augenzwinkernden Genre auch die hohe Kunst des bissigen Kabaretts beherrscht, das hat Werner Sobotka schon in den 1980er Jahren mit den Hektikern bewiesen. Ab November wird er beim neuen Donnerstag-Nacht Satireformat "Wir Staatskünstler" im ORF Regie führen.

Textfassung: Joseph Schimmer

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Kammerspiele - Singin In The Rain