Neues Musical an der Volksoper Wien

Nein, es sind nicht Asterix, Obelix und Co, die sich an der Volksoper Wien wieder einmal über das seltsame Verhalten ihrer "Lieblingsfeinde", der Römer, wundern. Sie heißen Senex, Domina, Hero und Pseudolus und zählen zum nicht minder amüsanten Personal der Farce "Die spinnen, die Römer".

Kultur aktuell, 17.12.2011

"Heute wird gelacht", oder auf Englisch "Comedy tonight" ist eine Nummer, die in den USA jeder kennt. Der Titel ist Programm: Das Musical "Die spinnen, die Römer" setzt auf rasanten Klamauk im Toga-Kostüm. Es ist das erste von Stephen Sondheim selbst geschriebene Musical; zuvor hat er unter anderem Songtexte für Leonard Bernsteins "West Side Story" verfasst.

"A Funny Thing Happened on the Way To The Forum" lautet der sperrige Originaltitel von Sondheims Erstlingswerk, das nun an der Wiener Volksoper zu sehen ist. Eine der Säulen der Produktion ist dabei Robert Meyer, der mit großen komödiantischen Qualitäten überzeugt. Als Sklave Pseudolus versucht er mit allen Mitteln, sich freizukaufen, und richtet damit ein heilloses Chaos an.

Die Klischees des Plautus

Sondheims Musical ist eine leicht- bis seichthumorige Farce auf diverse Kostümschinken. Ein gerissener Sklave, ein eitler Hauptmann, eine dominante Hausdame und ihr nach jungem Fleisch lüsternder Ehegatte - die Figuren des Stücks sind schablonenhaft gezeichnet. Angeblich hatten die Musicalschreiber den antiken Dichter Plautus im Sinn, der um 200 vor Christus als einer der ersten im Komödienfach reüssierte. Plautus habe nämlich all die Klischees entwickelt, die auch zwei Jahrtausende später noch funktionieren, erklärt der Schauspieler, Kabarettist und Regisseur Werner Sobotka, der das Musical für die Volksoper inszeniert hat.

Das Römer-Musical "A Funny Thing Happened On The Way To The Forum" wurde mehrfach erfolgreich am Broadway inszeniert. Später schrieb Stephen Sondheim auch ernstere und durchaus skurrile Stoffe wie etwa das Musical "Sweeney Todd", das vor einigen Jahren mit Johnny Depp verfilmt wurde. Das Besondere an Sondheim sei, dass er musikalische und dichterische Qualitäten vereine, erklärt David Levi, der in der Volksopern-Produktion am Dirigentenpult steht.

Zwar muss man sich in der Wiener Fassung mit der deutschen Übersetzung begnügen, für Lacher dürfte dennoch gesorgt sein. Neben Robert Meyer spielt Sigrid Hauser den Kurtisanenhändler Lycus; ab Mai ist Hauser dann an Stelle von Meyer in der Rolle des Sklaven Pseudolus zu sehen.

Service

Ö1 Club-Mitglieder bekommen in der Volksoper ermäßigten Eintritt (zehn Prozent).

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