Immer mehr geringfügig beschäftigt

Zwar ist die Arbeitslosigkeit in Österreich zuletzt gesunken, allerdings steigt die Zahl jener Menschen, die geringfügig beschäftigt sind. Wie aus einer Studie des Sozialministeriums hervorgeht, sind derzeit rund 300.000 Menschen geringfügig beschäftigt, fast doppelt so viele wie noch vor 15 Jahren.

Abendjournal, 03.01.2012

Zumeist Frauen

Den größten Anstieg bei der geringfügigen Beschäftigung gab es in den wirtschaftlichen Krisenjahren 2008 und 2009, mit Zuwächsen von 10 beziehungsweise 5 Prozent. Laut der Studie im Auftrag des Sozialministeriums sind auch weiterhin Steigerungsraten von bis zu 4 Prozent pro Jahr zu erwarten. Zwei von drei geringfügig Beschäftigten sind Frauen, meist steht dieses Dienstverhältnis im Zusammenhang mit Kinderbetreuung. Während es 1997 weniger als 160.000 geringfügig Beschäftigte gab, waren es Anfang 2010 bereits mehr als 300.000.

Grenze von 374 Euro pro Monat

Per Definition ist die geringfügige Beschäftigung ein Arbeitsverhältnis, bei dem die sozialversicherungsrechtliche Geringfügigkeitsgrenze nicht überschritten wird, diese Grenze wird jährlich neu angepasst und lag 2011 bei 374 Euro monatlich oder 28 Euro pro Tag.

Die geringfügige Beschäftigung wird kontrovers diskutiert; als Vorteile werden Flexibilität, die Schaffung neuer Jobs und die Brückenfunktion zum regulären Beschäftigungsverhältnis genannt, Kritiker betonen hingegen geringes Einkommen oder gar Erwerbsarmut und mangelnden Versicherungsschutz.