ÖBB will anders sparen

Die Regierung muss sparen, und einer der Kernbereiche sind die Bundesbahnen. ÖBB-Chef Christian Kern hat sich nun ausführlich zu den Sparplänen geäußert: Die Bundesbahnen seien bereit, ihren Beitrag zu leisten und wollten den Gürtel in den nächsten Jahren enger schnallen. Wo und wie das passieren soll, dazu hat ÖBB-Chef Kern aber eigene Ansichten.

Mittagsjournal, 18.1.2012

Gegen Verkauf von Kraftwerken

Dezidiert wendet sich Kern gegen einige ÖVP-Forderungen wie die Abgabe von eigenen Kraftwerken und Immobilien. Denn was nicht betriebsnotwendiges Vermögen sei, werde ohnehin verkauft. Aus den ÖBB-eigenen Kraftwerken werde ein Drittel des Strombedarfs gedeckt, ihr Ergebnisbeitrag sei 37 Millionen Euro pro Jahr.

Andere Sparvorhaben

Bei den Investitionen der Bundesbahn könnten in den nächsten fünf Jahren bis zu einer Milliarde Euro eingespart werden, erläuterte Kern, ohne allerdings Details der Projekte zu nennen, bei denen gekürzt werden könnte. Bei den drei großen Tunnelbauten (Brenner, Koralm und Semmering) gebe es allerdings den Auftrag des Bundes. "Hier liegt der Ball bei der Bundesregierung", sagte er. Wo die ÖBB selbst sparen könnten, seien die Frühpensionen, die es ab heuer nicht mehr geben werde. Außerdem dürften ÖBBler nicht mehr gratis mit der Bahn fahren und es werde keine Deckelung der Energieabgabe mehr geben.

Zwei Milliarden insgesamt

Zählt man alle Maßnahmen zusammen, könnten die ÖBB zwei Milliarden Euro einsparen. Ein Viertel davon müsste aber im Unternehmen bleiben, so Kern. Andernfalls könnten die ÖBB nicht bilanzieren, was letztlich das Ende der Zahlungsfähigkeit bedeuten würde.

Die ÖBB haben ihren Verlust im Vorjahr deutlich reduziert. Für das Jahr 2011 wird nun ein Konzernergebnis (EBT) von minus 28 Mio. Euro erwartet, nach minus 330 Mio. Euro im Jahr 2010, sagte ÖBB-Chef Christian Kern heute Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Die endgültigen Zahlen werden im April veröffentlicht. "Unser Sparprogramm läuft seit 18 Monaten", betonte der Bahn-Chef.