Hilferuf zum runden Jahrestag
Konsumentenschutz in Finanznöten
Zum 50-Jahr-Jubiläum des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) sehen dessen Mitarbeiter die Zukunft des unabhängigen Konsumentenschutzes gefährdet. Während laut Betriebsrat die Arbeit immer mehr wird und die Kosten steigen, sei die finanzielle Absicherung des VKI ungewiss. Der VKI-Betriebsrat fordert mehr Geld vom Sozialministerium und den Sozialpartnern.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 10.2.2012
Elisabeth Semrad
Beiträge real gesunken
Mit seinen Tests, Rechtsberatungen und Sammelklagen hat sich der Verein für Konsumenteninformation einen Namen gemacht. Ein Teil sein Budgets kommt von öffentlicher Hand - vom Sozialministerium, dem ÖGB, sowie Arbeiter-, Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer. Ihr Anteil macht allerdings nur noch ein Viertel des Budgets aus. Die Beiträge seien seit mehr als zehn Jahren unverändert geblieben, sagt VKI-Betriebsrätin Julia Jungwirth. Real seien sie damit seit 2001 um 42 Prozent gesunken.
Langfristiges Konzept gefordert
Diese Finanzierungslücke versucht der VKI selbst auszugleichen. Seine Einnahmen lukriert er durch bezahlte Rechtsaufträge, Konsumenten-Ratgeber und Projekte, die aber zum Teil von den Sozialpartnern kommen. Jedenfalls, müsse der VKI mittlerweile Dreiviertel der Kosten selbst aufbringen und damit sei eine Grenze erreicht, sagt Betriebsrätin Jungwirth. Sie fordert ein langfristiges Finanzierungskonzept von der öffentlichen Hand.
Neue Themen
Sollte längerfristig die Beiträge nicht erhöht werden, würden die Leistungen des VKI vermutlich eingeschränkt, Arbeitsplätze abgebaut und Kompetenz würde verloren gehen, so die Betriebsratsvorsitzende Ulrike Docekal. Und wenn der VKI die Leistungen nicht erbringen könne, machten das private Anbieter - allerdings teurer und mit dem Risiko für den Konsumenten, nicht ganz objektiv zu sein. Angesichts neuer Themen wie Wirtschaftskrise und Internetkriminalität fordern die Betriebsrätinnen auch ein Konzept darüber, welche Aufgaben der VKI künftig übernehmen soll.
Sozialministerium: "Keine Beitragserhöhung"
Das Sozialministerium schließt aufgrund der Sparvorgaben derzeit eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags für den VKI aus. Allerdings verweist das Ministerium darauf, den Verein über die Basisförderung von 1,6 Millionen Euro hinaus, durch in Auftrag gegebene Projekte, wie Sammelklagen gegen den Finanzdienstleister AWD und den Brustimplantate-Hersteller PIP, weiterhin unterstützen zu wollen.
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