200 Jahre Theaterkult

Das Wien Museum zeigt in dieser Sommerausstellung in der Hermesvilla in Wien an die 60 Gemälde von prominenten Schauspielerinnen und Schauspielern des Burgtheaters. Es sind Portraits der Burg-Stars von einst bis heute.

Kultur aktuell, 28.03.2012

"Burgschauspieler zu sein ist kein Beruf, das ist ein Zustand", hat Alexander Girardi einmal gemeint. Und wie sich dieser Zustand in den vergangenen 200 Jahren verändert hat, das zeigt die opulente Schau in der Hermesvilla.

Gleich beim Eingang thront Christiane Weidner, die Doyenne des ersten Burgtheaterensembles, als Königin Elisabeth von England. Neben ihr Joseph Weidmann, der volkstümliche Komiker, als Kobold und Joseph Lange, der gefeierte Heldendarsteller, als Hamlet.

Dass wir heute die Bühnenstars des 18. Jahrhunderts auf teils großformatigen Bildern sehen können, ist eine österreichische Besonderheit. Denn Kaiser Joseph II hat 1786 den Auftrag erteilt, die Größen des Hofburgtheaters für eine in Europa einzigartige "Theater-Galerie" zu portraitieren.

Die Hofschauspieler haben vor allem im 19. Jahrhundert hohes Ansehen genossen. In den üppigen Gemälden, wie etwa jenem, das Hans Makart von Charlotte Wolter angefertigt hat, kommt dies vorzüglich zum Ausdruck.

Gesichter und Geschichte

Alexandra Hönigmann-Tempelmayr inszeniert die Portraits in den kleinen, eher dunkel gehaltenen Räumen mit dunkelroten Samtvorhängen und beleuchtet die einzelnen Stars mit Spots. Zusätzlich zu den Portraits, die zum überwiegenden Teil aus der Ehrengalerie des Burgtheaters stammen, hat das Wien Museum Totenmasken und Erinnerungsgegenstände - wie zum Beispiel Schmuck von Katharina Schratt - beigestellt.

Der letzte Raum der Ausstellung ist dann hell erleuchtet, wirkt wie eine moderne Galerie. An den weißen und gelben Wänden hängen die Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Elke Krystufek, Ilse Haider oder Erwin Wurm. Sie haben die Burg-Stars von heute in Szene gesetzt: Dorothee Hartinger kniet im Badeanzug auf einer Straße. Birgit Minichmayr zeigt ihren nackten Körper von hinten. Ignaz Kirchner blickt visionär in die Zukunft.

Die Ausstellung "200 Jahre Theaterkult" gibt nicht nur Einblick in die Schauspielergeschichte des Burgtheaters sondern zeigt auf eindrückliche Weise, wie sich die Kunst des Portraits in den vergangenen zwei Jahrhunderten entwickelt hat.

Service

Ö1 Club-Mitglieder bekommen in der Hermesvilla ermäßigten Eintritt (EUR 2,-).

Wien Museum – Burg Stars - 200 Jahre Theaterkult