Syrien: Araber finanzieren Widerstand

Vertreter westlicher und arabischer Staaten haben am Wochenende in Istanbul beraten, wie gemeinsam gegen den syrischen Machthaber Baschar al Assad vorzugehen ist. Dabei wurde laut "New York Times" auch klar, dass die Aufständischen in den nächsten drei Monaten mit 100 Millionen Dollar im Kampf gegen das Regime unterstützt werden sollen.

Mittagsjournal, 2.4.2012

Indirekte Bestätigung in Washington

Das Geld kommt vor allem von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. 100 Millionen Dollar sollen in den kommenden drei Monaten auf geheimen Wegen nach Syrien geschmuggelt werden. Gedacht ist das viele Geld als Bezahlung für die Kämpfer gegen Assads Armee, aber auch, um reguläre Soldaten zum Desertieren zu bewegen. So jedenfalls schreibt es die "New York Times", die sich auf Aussagen eines Mitglieds des oppositionellen syrischen Nationalrates bezieht. Indirekt bestätigt das auch die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton in einem Fernsehinterview: "Sie haben gehört, dass eine Gruppe von Staaten den Kämpfern helfen wird. Die Entscheidung wird vom Syrischen Nationalrat begrüßt."

Geld für viele Zwecke

Einige arabische Staaten drängen auch darauf, den Aufständischen Waffen zu liefern, das aber ist international umstritten. Die USA zum Beispiel wollen derzeit nur Hilfsgüter liefern, mit denen nicht getötet werden kann - zum Beispiel Kommunikationsgeräte. Die sind nicht nur wichtig, um Kämpfe steuern zu können, sondern auch, um Nachrichten aus dem Land herauszubekommen. Wenn die 100 Millionen Dollar tatsächlich nach Syrien fließen, ist aber nicht genau feststellbar, wofür sie verwendet werden. Auch Waffenkäufe durch die Aufständischen sind möglich, und das ist jenen Staaten, die das Geld hergeben, durchaus bewusst.

Annan berichtet weiter

Hillary Clinton zeigt sich in dem Interview übrigens auch verärgert darüber, dass Syriens Machthaber Assad sein Wort schon wieder nicht gehalten hat, nämlich den Annan-Friedensplan einzuhalten. Das Ziel ist jetzt für sie klar: "Assad muss gehen, das Töten muss aufhören, je früher, desto besser." Wenn der Friedensplan des UNO-Sondergesandten Kofi Annan nichts bringt, will Clinton wieder in den Sicherheitsrat gehen und dort den Druck auf China und Russland erhöhen, die bisher effektive Maßnahmen blockieren. Annan wird am Nachmittag den Sicherheitsrat über Fortschritte oder Nicht-Fortschritte in Syrien informieren.