Mensdorff Prozess: Kronzeuge Mark Cliff befragt

Im Geldwäsche-Prozess gegen den Rüstungslobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly und den mitangeklagten Kurt D. ist heute der Kronzeuge der Anklage, der Steuer- und Finanzberater, Mark Cliff, am Wort. Er sagt per Video-Konferenz aus. Cliff hatte gegenüber den britischen Behörden über Machenschaften des Rüstungskonzerns BAE Systems ausgepackt und so die ganze Affäre ins Rollen gebracht.

Kronzeuge relativiert

Mark Cliff kann sich an vieles nicht mehr erinnern. Er erzählt, dass er Mensdorffs Mentor – Tim Lenton - an der Uni kennen gelernt habe. Lenton war sehr wohlhabend und hatte viele Berater. Er selbst habe ihn bei seinen Investitionen beraten. Für Mensdorff habe er – Cliff – keine Firmen verwaltet. Er habe nur einmal darum gebeten eine zu gründen, damit er ein Schloss in Schottland kaufen könne. Er würde gerne helfen, aber alles zusammenzustellen hätte damals Wochen gedauert, und da wäre seine Erinnerung noch frisch gewesen. Insgesamt relativiert Cliff seine Aussagen gegenüber den britischen Behörden etwas. Er wüsste nicht sicher, ob es sich tatsächlich um Bestechungsgelder handelt, weil ihm die Einzelheiten der Zahlungen nicht zugänglich wären.

Frühere Mitarbeiterin: "weiß nichts"

Eine frühere Assistentin Mensdorffs gibt an, dass sie über die Inhalte der Geschäfte auch nichts wüsste. Der Richter liest aus den Notizen vor: "So wie es aussieht, besteht im Moment keine Gefahr, unsere Linie ist soweit auch sicher, sie sollten die Konten sowieso nicht finden." Auf die Frage des Richters, ob man diesen Aktenvermerk als Plan der Vertuschung der Firma Brodman sehen könnte, antwortet die Sekretärin: "Ich weiß es nicht."

Mittagsjournal, 8. 1. 2013