Vorletzter Tag im Mensdorff-Pouilly-Prozess

Am Wiener Landesgericht steht heute und morgen der Endspurt im Prozess gegen Berater Alfons Mensdorff-Pouilly bevor. Die Staatsanwaltschaft wirft Mensdorff-Pouilly Geldwäsche vor. Er soll 12,6 Millionen Euro vom britischen Waffenkonzern British Aerospace Systems an unbekannte Empfänger weiter verteilt haben. Mensdorff-Pouilly bestreitet den Vorwurf. Er will nur Geld seines verstorbenen Mentors, des Milliardärs Timothy Landon treuhändisch verwaltet haben. Heute werden bei Gericht weitere Zeugen befragt.

Morgenjournal, 16.1.2013

Ex-OMV-Chef im Zeugenstand

Prominentester Zeuge des heutigen Verhandlungstages ist Ex-OMV-Chef Wolfgang Ruttensdorfer. Das Gericht will ihn zu Zahlungen der OMV an den Angeklagten Alfons Mensdorff-Pouilly befragen. Zwei Mal 500.000 Euro hatte die OMV an zwei verschiedene Firmen gezahlt, die Mensdorff-Pouilly zugeordnet werden: die MPA Budapest und die Firma Brodmann. Mensdorff-Pouilly hatte bei seiner Einvernahme vor Gericht angegeben, das Geld sei auf Wunsch der OMV in zwei Tranchen gezahlt worden, die Hälfte davon habe sein Mentor Landon erhalten. Er sei ab 2004 für die OMV aktiv geworden, so Mensdorff-Pouilly, und sei neben verschiedenen kleineren Projekten auch beim Verkauf der rumänischen Firma Petrom involviert gewesen.

Firmeninhaber sollen aussagen

Neben Ruttensdorfer werden heute noch weitere sieben Zeugen befragt. Drei davon waren Mitarbeiter von Mensdorff-Pouilly. Ebenfalls untersucht werden heute die Angaben von Mensdorff-Pouilly darüber, was mit den 12,6 Millionen Euro von British Aerospace passiert ist. Er will ja mehrere Millionen an zwei Firmen in Dubai überwiesen haben - im Auftrag seines Mentors Timothy Landon. Dazu soll nun der Inhaber einer dieser Firmen befragt werden. Der zweite Geldempfänger in Dubai ist bereits verstorben. Laut Anklage wissen weder dessen Geschäftpartner noch die Mutter des Verstorben von den Millionen-Zahlungen. Auch sie sind heute als Zeugen geladen. Mensdorff-Pouilly hatte zu dieser Überweisung Dokumente vorgelegt, die laut Bundeskriminalamt gefälscht worden sein sollen. Nicht kommen wird hingegen der ebenfalls geladene Schweizer Geschäftsführer der Briefkastenfirma Valurex, und auch der österreichische Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder Mensdorffs hat wegen Erkrankung seine Zeugenaussage abgesagt.