Wieder Stronach-Überläufer aus BZÖ
Martina Schenk, bisher Nationalratsabgeordnete des BZÖ, wechselt überraschend zum Team Stronach. Sie soll den Platz von Elisabeth Kaufmann-Bruckberger einnehmen, die in die niederösterreichische Landesregierung geht. Damit sichert die 40-Jährige der Fraktion des Austro-Kanadiers auch den Klubstatus, für den es mindestens fünf Abgeordnete braucht.
8. April 2017, 21:58
Mittagsjournal, 15.3.2013
Flucht aus BZÖ Steiermark
Sichtlich stolz und erleichtert präsentiert Klubobmann Robert Lugar das neueste Mitglied im Parlamentsklub des Team Stronach: Schenk sei die Wunschkandidatin gewesen, Frank Stronach habe sich letztlich für sie entschieden.
Tagelang hatte sich Lugar auf die Suche nach neuen Abgeordneten begeben. Aufgrund des Landtagswahlergebnisses in Niederösterreich wechselt die bisherige Abgeordnete Elisabeth Kaufmann-Bruckberger in die niederösterreichische Landesregierung. Das heißt, im Parlament wären dann für das Team Stronach nur mehr 4 Abgeordnete gesessen, um einen zu wenig für einen eigenen Klub im Parlament. Das Team Stronach hätte zahlreiche Vorteile verloren, angefangen von der Klubförderung und der parlamentarischen Infrastruktur bis hin zur Möglichkeit, Nationalrats-Sondersitzungen einzuberufen. Mit Martina Schenk als fünfter Abgeordneten kann der Klubstatus aufrechterhalten werden. Lugar begründet seine Wahl so: eine Frau mit viel Erfahrung, wichtig sei dass es eine Frau sei, man wolle mit Frauenthemen punkten.
Martina Schenk ist 40 Jahre alt und kommt aus Graz. Seit 2008 saß sie für das BZÖ im Parlament, seit vorigem Jahr war sie nach der Wahlschlappe bei den Grazer Gemeinderatswahlen und dem Rücktritt von Gerald Groß auch Landesgeschäftsführerin des BZÖ Steiermark. Mit den Zuständen in der steirischen Partei begründet sie auch ihren Wechsel. Am Montagabend habe es eine Vorstandssitzung gegeben, bei der die ehemaligen Parteigrößen Groß und Fischl klargemacht hätten, das Ruder wieder übernehmen zu wollen. Am Mittwoch kam dann der Anruf des Team Stronach, gestern habe sie sich kurzfristig dafür entschieden: sie wolle keine negativen Energien mehr für Streitereien vergeuden. Sie wolle sich lieber viel für Österreich weiterbringen, das wolle sie mit dem Team Stronach machen.
Es ist nicht der erste Parteiwechsel von Martina Schenk. 2008 ist sie von der FPÖ zum BZÖ gewechselt. Erst vor wenigen Tagen hat sie einen Wechsel zum Team Stronach noch heftig dementiert und zuvor auch schon einmal gemeint, seine Gesinnung wechselt man nicht wie seine Unterhosen. Wechselt man sie doch? In der Gesinnung sei nicht so viel Unterschied programmatisch vom Team Stronach zum BZÖ. In der Privatwirtschaft sei ein dreimaliger Wechsel in 21 Jahren auch kein negatives Ergebnis.
Ihren bisherigen Parteichef vom BZÖ Josef Bucher habe sie übrigens erst kurz vor der Pressekonferenz per SMS über ihren Wechsel informiert, sagt Martina Schenk.
