Musiktheater Linz: Die Eröffnung

Es ist wohl ein großer Tag für alle, die sich über Jahrzehnte für den Bau des Musiktheaters Linz eingesetzt haben: Nach drei Jahren Bauzeit wird das neue Opernhaus in der oberösterreichischen Landeshauptstadt heute Abend offiziell eröffnet. Die Erwartungen sind hoch, lobte man den Bau doch schon im Vorfeld als "Europas modernstes Opernhaus". Hier soll künftig anspruchsvolles Programm für ein breites Publikum geboten werden.

Außenansicht des Musiktheaters Linz

(c) APA / RUBRA

Morgenjournal, 11.4.2013

Mit Festansprachen und einem Theaterspektakel unter freiem Himmel öffnet das Musiktheater Linz heute Abend seine Pforten - ehe morgen die mit Spannung erwartete Uraufführung der Philip-Glass-Oper „Spuren der Verirrten“ zu erleben sein wird – Ö1 überträgt live-zeitversetzt.

Für den Opernbetrieb am Linzer Landestheater, der bisher unter schwierigen Bedingungen funktionieren musste, beginne ab nun eine neue Ära, sagt Chefdirigent Dennis Russell Davies.

Die Eröffnung des Musiktheaters Linz markiert gleichzeitig den Schlusspunkt jahrelanger politischer Querelen. Im Jahr 2000 hat die FPÖ ein Opernbauprojekt am Donauufer per Volksbefragung gekippt; nun steht das Musiktheater am südlichen Rand der Linzer Innenstadt in der Nähe des Bahnhofs.

180 Millionen Euro hat das Projekt am Ende gekostet; für die FPÖ eine Vergeudung von Steuergeld, wie sie erst dieser Tage wieder kritisierte, für Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer jedoch eine Investition in die Kultur und den Standort Linz.

Ein politischer Konfliktherd war auch die Architektur des neuen Musiktheaters: Der britische Architekt Terry Pawson, dem die Planung übertragen worden war, schlug eine Fassade aus rostigem Metall vor. Die Politik lehnte diesen Plan ab, und Pawson wurden für die weitere Planung und Durchführung zwei österreichische Architekturbüros zur Seite gestellt.

Nun erstrahlt das neue Opernhaus hell und elegant zwischen dem Linzer Bahnhof und dem Volksgarten und ragt etwa 30 Meter in die Höhe. Es beherbergt 1700 Sitzplätze, rund 1000 davon im Großen Saal, wo sich auch die angeblich größte Drehbühne Europas mit 32 Metern Durchmesser befindet. Ein Haus der Superlative, das nach vielen Ankündigungen nun endlich zeigen kann, was in ihm steckt.

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