Im Jemen entführter Österreicher frei

Die Geiseln aus dem Jemen sind frei: Der entführte Dominik Neubauer und die beiden Finnen sind bereits in Wien und werden im Heeresspital betreut. Damit ist nach 139 Tagen eine Geiselaffäre zu Ende, die am 21. Dezember begonnen hatte, als Dominik Neubauer in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa entführt wurde.

Ein jeminitisches Zeitungsbild von Dominik N.

(c) Jaeger,APA

Morgenjournal, 10.5.2013

"Den Umständen entsprechend wohlauf"

Dominik Neubauer und ein finnisches Paar sind Mittwoch Abend aus jementischer Geiselhaft freigelassen worden. Über den Oman sind die drei gestern in das Wiener Heeresspital überstellt worden. "Die Freigelassenen sind den Umständen entsprechend wohlauf", sagte der Leiter des Krisenstabs des Außenministeriums, Johannes Kyrle, gestern bei einem Pressestatement in Wien.

Eine von Medien kolportierte Lösegeldzahlung wurde zunächst nicht offiziell kommentiert. Wie der finnische Außenminister Erkki Tuomioja am Donnerstagabend bei einer Pressekonferenz in Helsinki sagte, habe Finnland kein Lösegeld zur Befreiung der Geiseln gezahlt. Berichte über Lösegeldzahlungen der Familien wollte Tuomioja nicht bestätigen. „Wir wissen darüber nichts.“ Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Verweis auf hochrangige jemenitische Sicherheitskräfte berichtete, soll jedoch der Oman Lösegeld gezahlt haben.

Stille Rückkehr

Die Familien der Freigelassenen seien "natürlich unverzüglich über diese erfreuliche Entwicklung informiert worden", sagte Kyrle. Dominik N. und seine Familie hätten darum gebeten, dass die Rückkehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinde. Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger zeigten sich in einer Aussendung am Donnerstag erleichtert.

Dominik N. war am 21. Dezember gemeinsam mit dem finnischen Paar mitten in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa verschleppt worden. Ende Februar war ein Video aufgetaucht, in dem der Österreicher unter vorgehaltener Waffe an die Republik und andere Staaten gerichtete Geldforderungen vorbrachte.

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