Hubert Scheibl im Museum der Moderne Salzburg
Rund um das Museum der Moderne in Salzburg grünt der Mönchsberg. Und auch im Museum wird es in diesem Sommer sprießen und blühen, denn es sind zwei Ausstellungen geplant, die das Thema "Natur" umkreisen. Den Auftakt macht der Oberösterreicher Hubert Scheibl. Er nennt seine Ausstellung "Plants & Murders". Die Ausstellung ist bis 20. Oktober 2013 geöffnet.
8. April 2017, 21:58
Extrem großformatige Ölbilder von Hubert Scheibl zeigt das Museum der Moderne (MdM) auf dem Salzburger Mönchsberg. Die Titel dieser Schau lautet "Plants & Murders", was, so der Künstler bei der Pressebesichtigung, an die nicht regulierbare und im wesentlichen unmoralische Kraft der Natur, in der einer den anderen frisst, erinnern soll. "Plants & Murders" ist vom MdM zusammen mit Scheibl selbst kuratiert worden. Der Künstler hat dem Museum die meisten Objekte aus dem eigenen Bestand zur Verfügung gestellt.
Scheibls Arbeiten sind raumgreifend im wahrsten Sinne des Wortes. Formate wie 250 mal 170 Zentimeter gehören zu den kleinen Arbeiten, viele sind 350 mal 420 Zentimeter groß, den Längenrekord erzielt der Künstler mit dem Titelbild zur Ausstellung: Ein Ölgemälde aus der Serie "Plants & Murders" misst 11,30 mal 2,20 Meter. Inhaltlich bedient sich der 61-jährige gebürtige Gmundner eines oft wild gestikulierenden, manchmal auch fein ziselierten Pinselstrichs, bei dem vieles zufällig, anderes präzis kalkuliert wirkt. Immer aber strahlen die abstrakten Pflanzen des Max Weiler- und Arnuld Rainer-Schülers dynamische Kraft und körperlichen Einsatz aus und drehen sich um Begriffe wie Aggression, Enge, Chaos, Expansion und Widerstand.
Scheibl hat den zentralen Ausstellungsraum im MdM mit Rasenmatten auslegen lassen, weil er "den paradoxen Widerspruch zwischen Natur und Museum" herausarbeiten wollte. Zudem hat der zur Gruppe der "Neuen Wilden" zählende Künstler seine Gemälde durch eine Handvoll Zeichnungen, ein Video aus seinem Atelier und einige kleine Skulpturen ergänzt und mit den Objekten von Robert Brendel (1821–1898) konfrontiert. Brendel hat Modelle von Pflanzen, Körperteilen und Organen an der Schnittstelle zwischen Botanik und Kunst geschaffen.
Text: APA/Red., Audio: ORF
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Museum der Moderne - Hubert Scheibl