Roman Polanski 80

Mit Filmen wie "Chinatown", "Rosemary's Baby" oder "Tanz der Vampire" ist Roman Polanski berühmt geworden. Am 18. August 2013 wird der polnisch-französische Filmregisseur 80. Erfolg gefeiert hat Polanski sowohl in Europa als auch in Hollywood, etwa mit seinem Holocaust-Drama "Der Pianist", das 2002 mit dem Oscar und der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. Privat hatte Polanski jedoch einige Schicksalsschläge zu verkraften.

Morgenjournal, 17.8.2013

Durchbruch 1968

Geht man nach den Auszeichnungen, war "Der Pianist" Roman Polanskis bisher erfolgreichster Film - und vielleicht auch sein persönlichster, widerspiegelt die Geschichte des polnischen Pianisten Vladislav Szpilman doch Polanskis eigene Kindheit: Auch seine Familie, 1936 aus Frankreich nach Polen übersiedelt, fiel dem Holocaust zum Opfer, während er sich selbst in einem Versteck in Krakau vor den Verfolgern schützte. Nur sein Vater überlebte das Konzentrationslager - der Wunsch, so Roman Polanski, sein Kind, also ihn, wiederzusehen, habe ihn stark gemacht. Die vielen Preise für "Der Pianist" galten damals also wohl auch der Person Polanski und seinem vielfältigen Lebenswerk.

Sein Durchbruch gelang dem Filmemacher 1968, kurz nach seiner Übersiedlung in die USA, mit dem Horrorstreifen "Rosemary's Baby". Schon ein Jahr zuvor hatte sich Polanski mit dem Horror-Genre befasst, allerdings komödiantisch: Der Film "Tanz der Vampire", in dem Polanski selbst den ängstlichen Assistenten Alfred spielt, wurde zum Klassiker. Als der Regisseur die Komödie gut dreißig Jahre später in Wien als Musical herausbrachte, bezeichnete er sie als Jugendsünde.

Seine Vorliebe für das Groteske, aber auch für psychische Extremsituationen prägen Polanskis Filme bis heute: Das gilt für seine Adaption des Theaterstücks "Der Gott des Gemetzels" aus dem Jahr 2011 ebenso wie für seine jüngste Arbeit "Venus im Pelz": Frei nach Sacher-Masoch geht es um ein sexuelles Unterwerfungsspiel zwischen einem Regisseur und einer Schauspielerin. In der Hauptrolle ist übrigens Polanskis Ehefrau Emmanuelle Seigner zu sehen.

Den Ruf des Kompromisslosen hat Polanski schon lange. Die negativen Reaktionen zu seinem Film "Piraten" quittierte er 1986 mit den Worten: Er mache eben jene Filme, die er selbst gerne sehen wolle.

Medial ausgeschlachtet wurden Roman Polanskis private Schicksalsschläge: 1969 wurde seine schwangere Frau Sharon Tate von der okkulten Manson-Sekte brutal ermordet; wenige Jahre später wurde er wegen Verführung einer Minderjährigen festgenommen und floh vor einer Haftstrafe aus den USA nach Europa. 2009 holte ihn diese Affäre wieder ein: Bei der Einreise nach Zürich wurde der Regisseur aufgrund eines internationalen Haftbefehls abermals festgenommen und verbrachte ein knappes Jahr im Hausarrest, was für teils empörte Reaktionen sorgte. Trotz seiner bewegten Biografie präsentiert sich Roman Polanski bei öffentlichen Auftritten immer noch frisch und vital; und auch künstlerisch ist er nach wie vor aktiv: Derzeit arbeitet der in Paris lebende Regisseur an einem Film über die Dreyfus-Affäre.