Rohstoffe aus Elektroschrott immer wichtiger
Wertvolle Rohstoffe wie Gold, Kupfer oder Silber finden sich nicht nur unter der Erde. Viele Edel- und Buntmetalle lagern überirdisch, und zwar in unseren Mistkübeln. Elekronikschrott etwa wird als Rohstoffquelle immer wichtiger. Um die Rohstoffe aus dem Elektroschrott aber optimal nutzen und verwerten zu können, braucht es neue, verbesserte Verfahren - ein weites Betätigungsfeld für die Forschung.
8. April 2017, 21:58
Morgenjournal, 14.9.2013
Metalle herausschmelzen
Flachbildschirme, Fernseher oder Handys: Zwischen 70.000 und 80.000 Tonnen Elektroschrott wurden laut Umweltministerium 2011 gesammelt. 96 Prozent der kleinen Haushaltsgeräte und Fernseher werden recycled, es werden also wertvolle Stoffe zurück gewonnen.
Das britische Unternehmen fonebank hat sich auf den Handel mit gebrauchten Handys, Smartphones und Tablet-Computern spezialisiert. Wie Recycling bei Handys funktioniert, beschreibt fonebank-Chef Olly Tagg: "Sie entfernen das Plastik, die Leiterplatten zerbrechen sie in kleine Teile und erhitzen sie dann unter extrem hohen Temperaturen. So werden die Metalle herausgeschmolzen."
Sorge um Zugang zu seltenen Erden
Aber nicht alle Rohstoffe können so aus den Geräten zurück gewonnen werden. Vor allem die so genannten seltenen Erden gingen oft verloren, erklärt Vera Rotter von der Technischen Universität Berlin: "Bei seltenen Erden ist der Energieaufwand, sie aus diesem Stoffgemisch herauszuziehen, extrem hoch – weshalb das auch nicht ganz einfach ist."
Seltene Erden sind Rohstoffe, die heute in fast allen Elektrogeräten verbaut sind. Sie sind um vieles teurer als Kupfer oder Gold, werden aber nur in sehr geringen Mengen eingesetzt. Viele befürchten nun, dass seltene Erden in Zukunft schwer zu bekommen sein werden.
Noch mehr Forschung für Recycling-Verfahren
95 Prozent der seltenen Erden werden in China abgebaut, das Land hat Exportkontrollen eingeführt, um den eigenen Bedarf zu decken. Viele Unternehmen wollen daher nicht so stark von chinesischen Exporten abhängig sein, zum Beispiel das belgische Bergbauunternehmen umicore oder der Chemiekonzern Rhodia. Sie experimentieren damit, wie seltene Erden aus Altgeräten wiedergewonnen werden können.
Wirtschaftlich rentabel sei das aber noch nicht, sagt Vera Rotter. Es bräuchte noch mehr Forschung, um unterschiedliche Verfahren besser nutzen zu können. Langfristig gesehen könnten sich verbesserte Methoden beim Recycling von Elektrogeräten aber durchaus bezahlt machen, schätzt die Expertin.