Roland Düringers Selbstversuch

Mit Jahresbeginn 2013 hat Kabarettist Roland Düringer einen Selbstversuch gestartet. Er wollte wissen, ob er heute noch mit den materiellen Errungenschaften seiner Kindheit in den 1970er-Jahren das Auslangen finden könnte. Heute erscheint sein Erfahrungsbericht in Buchform "Leb wohl, Schlaraffenland".

Morgenjournal, 11.11.2013

Mit dem Auto fährt Roland Düringer nur noch bis zum nächsten Bahnhof, statt im Supermarkt holt er sich seine Lebensmittel beim Greißler oder direkt beim Bauern und dann verzichtet der Kabarettist seit Jänner auch noch auf Fernseher und Handy. Wobei Verzicht das falsche Wort ist, vielmehr gehe es ihm, so Düringer, um einen Befreiungsschlag. Freiheit ist es, schreibt Roland Düringer an einer Stelle seines Buches "Leb wohl, Schlaraffenland", in ein Shopping-Center zu gehen und dort nichts zu entdecken, was er haben wolle.

Unabhängigkeit ist für Roland Düringer zu einem zentralen Wert geworden. Und weil es ihm da nicht nur um die Unabhängigkeit von der bunt schillernden Warenwelt geht, ist er in einen hölzernen Zirkuswagen gezogen, der an keine externen Versorgungssysteme angeschlossen ist.

Seine Informationen bezieht Roland Düringer nicht mehr aus den Medien, sondern aus erster Hand. Er spricht mit Philosophen, Kulturhistorikern und Wirtschaftsexperten und dort bekam er zuletzt immer das Gleiche zu hören. Dass nämlich ein Systemkollaps immer wahrscheinlicher werde.

Seinen Selbstversuch hat Roland Düringer auch in einem Videotagebuch dokumentiert, das online abrufbar ist. Das hat ihm viele neue Bekanntschaften eingebracht, mit denen er aber wegen seines E-Mail-Verzichts, ausschließlich auf dem Postweg korrespondiert.

Neu ist das natürlich nicht, was Roland Düringer in seinem Buch "Leb wohl, Schlaraffenland" beschreibt, Gültigkeit haben seine Anliegen aber mehr denn je, denn dass ein sensiblerer Umgang mit unseren Ressourcen Not tut, steht fest. Und in Sachen Bewusstseinsbildung kann ein Role-Model wie Roland Düringer sicherlich einiges bewegen.

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