Al Sisi: Muslimbrüder bleiben verboten

Die ägyptische Präsidentenwahl Ende des Monats wird der ehemalige Armeechef und Verteidigungsminister Abdul Fattah al Sisi gewinnen, dafür haben die Militärs vorgesorgt. Der alte und neue Machthaber hat bereits eine wichtige Feststellung getroffen: Die Muslimbruderschaft bleibt verboten, daran wird sich unter seiner Präsidentschaft nichts ändern. Gestern Abend gab al Sisi sein erstes großes TV-Interview.

Mittagsjournal, 6.5.2014

Bruderschaft "am Ende"

Al-Sisi will als Präsident dafür sorgen, dass die Muslimbrüder keine Rolle mehr in dem Land spielen. Die Bruderschaft sei "am Ende", und er werde bei einer Übernahme der Präsidentschaft nicht zulassen, dass sie wiederkehre, sagte al-Sisi am Montagabend.

Die Ägypter hätten die Ideologie der Gruppe zurückgewiesen. Al-Sisi versicherte gleichzeitig, dass die Armee "keine Rolle dabei spielen wird, Ägypten zu regieren".

Das ägyptische Militär hatte den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli gestürzt. Bei den folgenden Protesten seiner Unterstützer wurden mehr als 1.400 Menschen getötet. Mursis Muslimbruderschaft wurde darauf verboten und ihre Anführer festgenommen. In Schnellverfahren wurden mittlerweile Hunderte Muslimbrüder zum Tode oder zu langen Haftstrafen verurteilt.

Bei der Präsidentschaftswahl am 26. und 27. Mai treten nur zwei Kandidaten an: Al-Sisi und der Linkspolitiker Hamdeen Sabbahi. Es gilt als ausgemacht, dass al-Sisi, der für die Kandidatur seine Ämter als Armeechef und Verteidigungsminister niederlegte, die Wahl klar gewinnen wird. (Text: APA, Red.)