Spionagevorwurf gegen Eugen Freund

13 Tage bis zur EU-Wahl - in der heißen Phase des Wahlkampfs gibt es jetzt besonders brisante Vorwürfe gegen SPÖ-Spitzenkandidat Eugen Freund: Laut dem slowenischen Magazin "Politikis" soll er 1978 als Pressemitarbeiter des damaligen Außenministers Willibald Pahr für den jugoslawischen Geheimdienst UDBA gearbeitet haben. Freund dementiert das heftig.

Eugen Freund nimmt seine Brille ab

(c) APA/GEORG HOCHMUTH

Mittagsjournal, 12.5.2014

"Nie Geheimdienstkontakte"

Eugen Freund weist die Vorwürfe zurück: Er habe nie für den slowenischen Geheimdienst gearbeitet. Freund: "Es hat nie von mir irgendwelche Kontakte mit irgendwelchen Geheimdienstmitarbeitern aus Jugoslawien gegeben. Ich habe nie auch nur einen Pfennig, einen Schilling, einen Dinar, eine Dollar von irgendeinem jugoslawischen Geheimdienst bekommen", sagt der SPÖ-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl zu entsprechenden Behauptungen des slowenischen Nachrichtenmagazins "Politikis". Auf der Homepage des rechtsgerichteten Magazins heißt es heute, Freund habe 1978 als Pressemitarbeiter von Außenminister Willibald Pahr für Geld Informationen an den jugoslawischen Geheimdienst UDBA weitergegeben.

"Lüge, Lüge, Lüge"

Aufgebracht hat dies der umstrittene slowenische Historiker Roman Leljak, selbst früher Geheimdienstmitarbeiter, dann aber vor ein Militärgericht gestellt. Er hat den Fall eines kroatischen Theologiestudenten aufgearbeitet, der 1972 von Salzburg nach Laibach verschleppt wurde und ums Leben kam. Im Zuge dessen ist Leljak auf eine Liste von hunderten Ex-Geheimdienstmitarbeitern gestoßen, in der sich als Nummer 234953 angeblich auch Eugen Freund findet - als ständige Quelle der Staatssicherheit. Freund zur strittigen Liste: " Dass das auf der Liste steht, das mag schon so sein. Aber dass ich beschuldigt werde, Empfänger dieses Geldes, was immer es sein mag, gewesen zu sein, ist eine Lüge. Dass ich Mitarbeiter des jugoslawischen Geheimdienstes war, ist eine Lüge. Es hat keine Fahrt gegeben, das ist, und ich sage das noch einmal, eine Lüge."

Tatsächlich war es oft so, dass Geheimdienste Listen mit Namen potenzieller Kontaktpersonen angelegt haben - von denen die Betroffenen gar nichts wussten. Freund vermutet hinter den Anschuldigungen politische Gegner, die ihm und der SPÖ im Wahlkampf schaden wollten: " Dass das über das Ausland nach Österreich hineingespielt wird, lässt den Schluss zu, dass hier gegnerische Kräfte ihre Hand im Spiel haben - politische gegnerische Kräfte aus Österreich. Er werde sich auch rechtliche Schritte vorbehalten, so Freund allgemein.

Es ist nicht das erste Mal, dass es Geheimdienstvorwürfe gegen einen SPÖ-Politiker gibt: Auch gegen den ehemaligen Minister und Wiener Bürgermeister Helmut Zilk hatte es geheißen, er sei früher jahrelang Informant des CSSR-Geheimdienstes gewesen. Zweifelsfrei nachweisen konnte man ihm das nicht.

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