Barock trifft neue Medien

Europäische Malerei vom 16. bis zum 19. Jahrhundert zeigt die Residenzgalerie Salzburg. Ein Kontrapunkt dazu - wodurch besonders junge Menschen angesprochen werden sollen - ist "Anton", eine multimediale Inszenierung, in der Bilder des Barock auf Medien unserer Tage treffen.

Kulturjournal, 15.07.2014

Anton ist eine Figur aus dem Barock, 14 Masterstudierende der Fachhochschule Salzburg wollen auf diesem Weg Jugendlichen Lust aufs Barock machen.

Es beginnt mit Krieg: Kriegsgeräuschen und flackendem Licht sollen sich die Besucher ausgeliefert fühlen, sagt Hans-Christian Kogler. Bilder zeigen Schlachten, Hungersnot, Alltag im 30-jährigen Krieg. Hier beginnt auch die Geschichte von Anton, der in einen Kriminalfall mit einem Adeligen verwickelt ist, er erfährt seine Endlichkeit.

Vanitas ist ein weiteres Thema, das Sinnbild: ein Wachskopf, der langsam vor sich hinschmilzt. Anton erlebt den Schein dieser Gesellschaft: für ein Schattendiorama sind Figuren aus Originalbildern Pate gestanden, sagt Maria Kamptner. Selbst etwas zu machen, das ist einer der Grundsätze dieser Installation, das wirkt, weiß Monika Fermin-Vaez, die das Projekt angeregt hat.

Museumdirektorin Gabriele Groschner ist außerdem davon überrascht, dass die Studierenden die Geschichte von Anton als Folge mehrerer Bilder erzählen. Diese zusammenhängende Geschichte muss auch zu einem Ende geführt werden, muss sich zum Schluss lösen.

Der vierte Raum, Rache, ist wohl der verblüffendste: Man greift durch einen leeren Rahmen und kann durch Handbewegungen das Computer animierte Bild bewegen: Drehungen machen das Corpus delicti, einen Ring, mitten im Stillleben sichtbar. Ob Anton seinen Zweck erfüllt und Jugendliche fürs Barock begeistert, wird sich erst zeigen, wenn im Herbst die Schule wieder beginnt. Die multimediale Installation "Anton" ist jedenfalls in der Residenzgalerie bis Anfang November zu sehen.