Frau von IS-Chef Baghdadi festgenommen

Die libanesische Armee hat Sicherheitskreisen zufolge die Frau und eine Tochter des IS-Chefs Abu Bakr al-Baghdadi festgenommen. Sie seien an der Grenze aufgegriffen worden. Der Verbleib des Anführers der Terror- Miliz "Islamischer Staat" ist unklar. Im November war spekuliert worden, Baghdadi sei bei US-Luftangriffen verwundet oder sogar getötet worden.

Mittagsjournal, 2.12.2014

Es handelt sich angeblich um die Zweitfrau von Abu Bakr al-Baghdadi sowie ihre Tochter. Die beiden wurden an der libanesisch-syrischen Grenze festgenommen. Sie haben sich mit gefälschten syrischen Pässen ausgewiesen, heißt es. Auch ausländische Geheimdienste seien an der Aktion beteiligt gewesen.

Schon in den vergangenen Wochen haben die Grenzposten immer wieder Personen festgenommen, die sie als Anhänger des IS identifiziert haben. Nach zahlreichen Anschlägen im Libanon hat die Armee die Grenzsicherung deutlich verstärkt.

Von der angeblichen Frau Baghdadis wollen die libanesischen Sicherheitsbehörden wissen, wie es um den Anführer der IS steht. Denn unklar ist ob er überhaupt noch am Leben ist. Angeblich ist er bei einem Luftangriff der USA Anfang November auf einen Konvoi zumindest schwer verletzt worden. Allerdings ist vier Tage später eine Tonaufnahme mit weiteren Drohungen veröffentlicht worden, die angeblich von Baghdadi stammen.

Sollte die Stimme wirklich zu Baghdadi gehören, dann dürfte er noch am Leben sein - aktuelle Bezüge legen das zumindest nahe. Zwar nimmt der Sprecher in der 17-minütigen Tonaufnahme keinen direkten Bezug auf den Luftangriff der US-geführten Militärkoalition vom 7. November. Er erwähnt aber Geschehnisse, die sich seitdem ereignet haben.

Schon 2005 hat die US Armee geglaubt, Baghdadi bei einem Angriff im irakisch-syrischen Grenzgebiet getötet zu haben. Das stellte sich dann aber als Irrtum heraus. Seit 2010 ist Baghdadi der Anführer des sogenannten Islamischen Staates im Irak und Syrien. Er hat sich auch selbst zum Kalifen ernannt.

Übersicht

  • Naher Osten