Die Trommel als Initiator der Popmusik

Der deutsche Journalist und Autor Karl Bruckmaier hat im Frühjahr 2015 das Buch „The Story of Pop“ veröffentlicht. Es ist eine Sozial- und Pop-Kulturgeschichte mit einer Hauptdarstellerin: der Trommel.

Große Basstrommel

AXEL ZEININGER/ Wr.Staatsoper/HPK

Trommeln auf den Sklavenschiffen

Die Sklavenhändler gestatteten den Sklaven, Trommeln mitzunehmen. Das sollte die Selbstmordrate während der Überfahrt senken.

Bruckmaier behauptet: es gäbe heute keine rhythmusorientierte Musik ohne dieses Instrument. Ohne Drums keinen Jazz, keinen Soul, keinen HipHop, keinen Pop und natürlich auch keine Vorlage für den Drumcomputer und den Pop wie wir ihn heute kennen.

Ihren Ursprung hat die Trommel in Afrika. In Europa war sie bis ins frühe 14. Jahrhundert unbekannt und gelangte erst über afrikanische Söldnertruppen hierher. Aus Afrika kam sie auch über den Ozean nach Amerika.

Zuerst gab sie den Ton in New Orleans an, dann im Blues der Sklavennachfahren im Mississipidelta und später im Norden, etwa im Detroit-Techno oder im Chicago-House. Nicht nur als reales Instrument, sondern auch als Metapher ist sie der blinde Passagier auf den Sklavenschiffen zwischen Afrika und Amerika. Die Trommel kann viel: mit Menschen und Göttern ohne Sprache kommunizieren, oder Körper in sexuelle und politische Aufregung versetzen. Deshalb war sie auch gefährlich.

Service

Buchtipp:
Karl Bruckmaier, „The Story of Pop”, Murmann Verlag