Durch KI verändertes Foto von Prince

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Ö1 Hörspiel

P R I N C E - FunkyPurpleAssoziationen

Am 21. April jährt sich der Todestag des Popstars Prince zum zehnten Mal. Er wurde 2016 leblos im Aufzug seines Anwesens Paisley Park in der Nähe von Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota gefunden und kurz darauf für tot erklärt worden. Als Todesursache wurde eine Überdosis des sehr starken Schmerzmittels Fentanyl festgestellt. Prince starb im Alter von 57 Jahren.

Zum 10. Todestag von Prince nähert sich Elisabeth Weilenmann assoziativ diesem Ausnahmekünstler und erzählt dabei zugleich die Geschichte einer Bewunderin.

"Es gibt viele Könige. König Heinrich VIII., König Salomon, König James. Aber es gibt nur einen Prinzen - nur einen Prince. Er ist der einzige Mann, den ich je gesehen habe, der eine Bühne in Flammen setzt und dich in einem Rausch aus Bewegung, Lichtern, Gitarren, Stimmen und Songs verbrennen lässt", sagte die bekannte Sängerin Alicia Keys in ihrer Laudatio auf Prince, als dieser 2004 in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen wurde.

Heuer jährt sich der Todestag von Prince am 21. April 2016 zum zehnten Mal. Er war als Ikone, als meisterhafter Geschichtenerzähler, als Hymnenmacher, als Fabelwesen, als ein verdammtes Genie, beschrieben worden. Für mich war er ein genialer Musiker, der meine Jugend und mein Erwachsenenalter zutiefst geprägt hat. Geboren 1982 am Land mit Eltern, die Klassik und Schlager abwechselnd (oder auch zeitgleich) hörten, war ich in das Princesche Multiversum gezogen worden, nachdem ich (ja ein Klassiker, aber so war es nun mal) "Pretty Woman" gesehen hatte: Julia Roberts, die mit ihrem Walkman in der Badewanne liegend den Song "Kiss" hört, Richard Gere, der eintritt und ihr zuhört - sie bemerkt ihn und fragt: "Liebst Du Prince etwa nicht?" Und er antwortet: "Mehr als das Leben selbst!" Daraufhin hörte ich das Album "Parade" und sah "Purple Rain" auf VHS.

Alina Fritsch erzählt in P R I N C E – FunkyPurpleAssoziationen die Geschichte einer Bewunderin – assoziativ, lebendig, funky.

Funk, der sich nur fühlen lässt

All das erzähle ich in dem Hörspiel "P R I N C E - FunkyPurpleAssoziationen". Ich verwebe dabei die Erzählung über meine Liebe zu seiner Musik mit der Biografie von Prince - seine Kindheit zwischen Jazz und Gewalt, seine religiöse Prägung, seine radikale künstlerische Eigenständigkeit, sein Kampf um musikalische Selbstbestimmung, seine Einsamkeit werden thematisiert. Die Sendung erzählt nicht chronologisch, sondern assoziativ - "funky" im besten Sinne: mit O-Tönen, Songzitaten, Live-Momenten und persönlichen Erinnerungen. Prince erscheint als musikalisches Genie, als Androgynitäts-Ikone, als spirituell Suchender und als Mensch, der mit Widersprüchen lebte. Sein legendärer Auftritt bei der Super Bowl Halftime Show im strömenden Regen, der Bruch mit Warner Bros., sein riesiges Tonstudio Paisley Park als kreatives Refugium.

Als ich in seine Geschichte eintauchte, hatte ich auch die meine wieder vor mir: Sie kennen das sicherlich auch - man riecht plötzlich das Zimmer seiner Jugend wieder oder spürt, wie die Stimmen damals geklungen haben. Und: ich habe noch nie so viel getanzt wie bei der Arbeit an diesem Stück. Das liegt an Prince und seiner Musik - an dieser radikalen Körperlichkeit, die er mit ihr transportiert. An diesem Funk, der sich nicht denken lässt, sondern nur fühlen. An dieser Mischung aus Schmerz und Ekstase, aus Kontrolle und Kontrollverlust.

Prince, Purple Rain, 1985

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Entlang von Erinnerungen, Klängen, Bildern

Es ist ein assoziatives Stück geworden. Kein Porträt im klassischen Sinn. Eher eine Bewegung entlang von Erinnerungen, Klängen, Bildern. Ein Versuch, sich einem Künstler zu nähern, der sich eigentlich jeder Festlegung entzieht. Und vielleicht auch ein Versuch, zu erzählen, was Musik mit einem Menschen machen kann - über ein ganzes Leben hinweg.

"P R I N C E - FunkyPurpleAssoziationen". Mit Alina Fritsch, Oskar Weilenmann, und Eszter Hollósi, Lektorat: Gerald Janacek, Tongestaltung: Elmar Peinelt, Regie: Elisabeth Weilenmann (ORF/Hessischer Rundfunk 2026)

Service

Prince mit Dan Piepenbring, "The Beautiful Ones", Spiegel & Grau, New York 2019
Matt Thorne, "Prince", Faber & Faber, London 2016
Mayte Garcia, "The Most Beautiful: My Life with Prince", Hachette Books, New York 2017
Benoît Clerc, "Prince - Alle Songs. Die Geschichten hinter den Tracks", Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2022

Gestaltung

  • Elisabeth Weilenmann