Digitaler Burnout

Für viele Menschen ist das Smartphone zum unentbehrlichen Begleiter geworden und sie werden nervös, wenn sie es nicht dabei haben. Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist, stellt der Informatiker Alexander Markowetz in seinem Buch "Digitaler Burnout" dar.

Kontext, 16.10.2015

Der Informatiker Alexander Markowetz erkennt in der permanenten Smartphone-Nutzung die Symptome einer Suchterkrankung. Viele Menschen sind nervös und gestresst, wenn sie ihr Smartphone nicht bei sich haben, sie können sich nicht auf Gespräche konzentrieren, weil sie daran denken müssen, was gerade bei Facebook los ist, oder sie verbringen viel mehr Zeit mit ihrem Smartphone, als sie eigentlich wollen.

Man kann die Smartphone-Nutzung mit dem Verhalten in einem Spielcasino vergleichen. Was den Nutzer dabei fesselt, sind die sogenannten random rewards, also willkürliche Belohnungen. Der amerikanische Verhaltensforscher Skinner hat das Verhalten auf diese Belohnungen bereits in den 50er Jahren anhand von Mäusen erforscht.

Was sollen wir also tun, um in Zukunft wieder konzentriert und produktiv arbeiten zu können? Dieser Frage widmet Alexander Markowetz den zweiten Teil seines Buches. Doch während Markowetz im ersten Teil die informativen Ergebnisse eigener Forschung einbringt, referiert er im zweiten Teil wenig überzeugend allgemeine Vorschläge. Vor allem empfiehlt er, genau auszuwählen, welche Informationen man aufnimmt. Er empfiehlt eine „digitale Diät“.

Er rät zum Beispiel, das Smartphone nur auf dem unbequemsten Stuhl der Wohnung zu benützen, um die Nutzungszeit zu begrenzen und das Schlafzimmer Smartphone-frei zu halten. Das macht einen etwas hilflosen Eindruck und zeigt, dass auch der Informatiker Alexander Markowetz keine Lösungsformel für den Umgang mit Daten und ihren Empfangsgeräten hat.

Zur Sensibilisierung für das Thema Smartphone-Nutzung leistet er mit seiner App und seinem Buch aber einen wichtigen Beitrag.

Service

Alexander Markowetz, "Digitaler Burnout: Warum unsere permanente Smartphone-Nutzung gefährlich ist", Droemer