Blatter und Platini acht Jahre gesperrt
Die beiden mächtigsten Männer des Weltfußballs sind in ihren Funktionen Geschichte. Sepp Blatter, Präsident des Weltfußballverbands FIFA, und Michel Plattini, Chef des Europäischen Fußballverbands UEFA, sind heute von der Ethik-Kommission der FIFA zu je acht Jahren Sperre und zu Geldstrafen verurteilt worden. Grund ist eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Franken an Plattini im Jahre 2011, die Blatter zu verantworten hatte. Dieser hat sich kurz nach dem Urteil in einer Pressekonferenz den Medien gestellt.
8. April 2017, 21:58
AFP Photo/Fabrice Coffrini
Mittagsjournal, 21.12.2015
"Totalausschluss vom Fußball"
Das Urteil bedeutet wohl das Ende der Funktionärs-Karrieren von Blatter und Plattini. Denn für die Zeitspanne der Sperre sind beide von sämtlichen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen, sagt der auf Sportrecht spezialisierte Anwalt Christian Flick: "Es ist im Grunde ein Totalverbot. Um das ein bisschen zu erklären: Also in einem VIP-Bereich eines Fußballspiels wird man die Herren Platini und Blatter nicht mehr treffen können. Wenn sie sich eine Matchkarte kaufen würden, und dann das Match als normale Zuschauer betrachten sollten, dann wird man sich wahrscheinlich nicht aufregen. Aber dem Grunde nach ist es ein Totalausschluss vom Fußball." Das heißt auch, dass Michel Platini nicht mehr Chef des Euopäischen Fussballverbands UEFA sein kann. Und er kann auch nicht bei der Wahl zum FIFA-Chef und Blatter-Nachfolger am 26. Februar antreten.
Bruch der Ethik-Richtlinien
Die Ethik-Kommission spricht im Urteil gegen Blatter vom Bruch der Ethik-Richtlinien. Im Zusammenhang mit der dubiosen Zahlung von zwei Millionen Franken von Blatter an Platini im Jahr 2011 stellt die rechtsprechende Kammer einen "Interessenskonflikt" für den europäischen Verbandschef Platini und Weltverbands-Boss Blatter fest. Es gäbe keine rechtliche Basis für die Zahlung.
Beide haben bis zuletzt jedes Fehlverhalten bestritten und behaupten, es handle sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis Dienste für die FIFA aus den Jahren 1998 bis 2002.
Blatter: "Ich werde kämpfen"
Das bekräftigt auch Sepp Blatter in einer Prfessekonferenz heute Vormittag: "Das ist nur ein administrativer - ein Buchhaltungsfehler. Ja, es war ein Fehler. Aber das hat mit ethischem Fehlverhalten nichts zu tun." Und überhaupt sei er ein Mann mit klaren ethischen Prinzipien so Blatter: "Ich bin ein Mann mit Prinzipien. Und die lauten: Nimm nie Geld das dir nicht gehört, und zahle deine Schulden." Beide Funktionäre haben bereits Einsprüche angekündigt - Sepp Blatter gibt sich kämpferisch: "Ich werde kämpfen. Für mich. Und für die FIFA. 8 Jahre Sperre - weswegen?"
Einsprüche angekündigt
Und dafür gibt es auch verschiedene Möglichkeiten. Sportrechtlich kann bei der FIFA-Ethikkommission selbst, danach beim Internationalen Sportgerichtshof und beim Schweizer Bundesgerichtshof berufen werden. Und auch die zvilirechtliche Schiene steht beiden noch offen, so Anwalt Christian Flick: "Die viel spannendere Geschichte wäre, wenn einer der beiden Herren ein ordentlichen Gericht beschäftigen würden, allenfalls auch in der Schweiz und vielleicht auch gemäß Artikel 6 der Menschenrechtskonvention vorgehen würde. Das wäre dann eine zweite Schiene, die jetzt nicht mit dem Sportrecht unmittelbar zu tun hat, sondern dann wäre der Weg zu einem ordentlichen Gericht frei. Es gibt also aktuell noch sehr viele Möglichkeiten, diese Entscheidung zu bekämpfen.
Staatsanwaltschaft prüft
Seit 1998 war Sepp Blatter der Chef des Weltfußballverbandes FIFA. Schon mehrfach ist sein Ende vorhergesagt worden - doch bis jetzt konnte er sich immer wieder mit diplomatischem Geschick der Sonderklasse aus den diversen Affären ziehen.
Diesmal gibt es aber nicht nur sportrechtliche Schwierigkeiten für die beiden, sondern auch strafrechtliche. Die Schweizer Staatsanwaltschaft untersucht, ob es auch krmiminelle Vergehen der beiden gibt.
