Charlotte

Die deutsch-jüdische Malerin Charlotte Salomon - geboren 1917 in Berlin, ermordet 1943 in Auschwitz - ist die titelgebende Figur im neuen Roman von David Foenkinos, der in Frankreich mehrfach Preise erhielt.

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David Foenkinos, "Charlotte", Roman, aus dem Französischen von Christian Kolb, DVA
Originaltitel: "Charlotte", Gallimard

Jewish Historical Museum, Amsterdam - Charlotte Salomon

Eigentlich erzielt Foenkinos mit leichteren Stoffen ein Millionenpublikum. Romane wie "Größter anzunehmender Glücksfall", "Unsere schönste Trennung" oder "Souvenirs" erzählen auf Woody-Allen-hafte Weise vom komplizierten Alltag ganz normaler Zeitgenossen. Mit seinem neuen Roman hat sich der Franzose auf neues Terrain gewagt.

Charlotte Salomon flieht 1939 von Berlin in den Süden Frankreichs. Dort stürzt sie sich in ihre Malerei und entwirft in über tausend Gouachen, Zeichnungen und Bildern eine imaginäre Reise zwischen Berlin und Südfrankreich. Sie verarbeitet die Erfahrungen ihrer jähen Entwurzlung, Einsamkeit und Not, ihre Sehnsucht und Liebe, besonders zu dem Gesangslehrer ihrer Stiefmutter, der berühmten Opernsängerin Paula Salomon-Lindberg. Nachdem sie ihre französischen Nachbarn an die Deutschen verraten, wird sie 1943 im Alter von 26 Jahren in Auschwitz ermordet.

David Foenkinos verweigert sich allen Konventionen und erzählt doch - und das ist auch das Besondere an seinem Buch - relativ klassisch und chronologisch das Leben dieser Malerin.