Nachruf auf Volkmar Parschalk

"Ich war fanatischer Kulturjournalist, ich habe mich wahnsinnig interessiert, wenn irgendeine Pressekonferenz war oder wenn es darum ging, kulturpolitische Maßnahmen wiederzugeben und zu vermitteln und darzustellen für die Hörer", sagt Volkmar Parschalk über seine Leidenschaft für seinen Beruf. Der langjährige Leiter der Hauptabteilung Kultur im ORF Hörfunk ist im Alter von 82 Jahren verstorben.

Volkmar Parschalk

Volkmar Parschalk auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 1977

ORF

Kulturjournal, 27.8.2016

Unter seiner Leitung wurde nicht nur die Kulturberichterstattung auf Ö1 ausgebaut, auch entwickelte er Formate wie "Im Rampenlicht", "Opernwerkstatt", "Ex libris" und "Im Künstlerzimmer".

Er war Kulturjournalist mit Herz und Seele. Einer, der für die Vermittlung von Kunst und Kultur gelebt hat. Mehr als 30 Jahre lang leitete Volkmar Parschalk seine Ö1 Kulturredaktion. Auch in den Jahrzehnten danach blieben sein Einfluss, sein Stil und sein berufliches Credo spürbar. "Als Kulturredakteur war es von Anfang an meine Absicht, alle Menschen an die Schönheiten der Kultur heranzuführen - wobei der Begriff Schönheit durchaus auch die Schattenseiten des Lebens einbeziehen kann", sagte er in einem Interview.

Neben seinem Jusstudium spielte Parschalk in seiner Geburtsstadt Innsbruck Theater und begann seine Karriere als Spreche bei Radio Tirol. 1968 holte ihn der damalige ORF Generalintendant Gerd Bacher nach Wien, um bei dem noch jungen Sender Ö1 die Kulturredaktion aufzubauen. Die aktuellen Kulturberichte im Morgen- und im Mittagsjournal waren eine Erfindung von Volkmar Parschalk; ebenso die Literatursendung "Ex libris", die Interviewsendung "Im Künstlerzimmer" (heute "Intermezzo"), "Die Opernwerkstatt" oder "Von Tag zu Tag". Diese Formate bestehen bis heute.

Als Kulturjournalist war Volkmar Parschalk vor allem in der sogenannten Hochkultur zu Hause. Er war aber auch stets offen für neue Entwicklungen und für Ideen junger Mitarbeiter/innen, wenn es darum ging, die Radiohörer für die Schönheit und Bedeutsamkeit von Theater, Literatur, Kunst und Musik zu gewinnen.

Auch nach seiner Pensionierung als Kultur-Chef 1995 ging Parschalk weiterhin auf Sendung und engagierte sich vielseitig im kulturellen Leben. 1995 erhielt der Journalist das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

(Text: Red., APA)

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