Hofers letzte Rede

In seinem Hörspiel „Hofers letzte Rede“ nähert sich der in Innsbruck lebende Autor Christoph W. Bauer einem Stück Tiroler Zeitgeschichte an.

Ohne je in Österreich zur Verantwortung für seine schweren Verbrechen gezogen zu werden, lebte Franz Hofer, der ehemalige Gauleiter von Tirol und Vorarlberg, bis zu seinem Tode 1974 ein unbehelligtes Dasein im deutschen Mülheim an der Ruhr. In der größten Tiroler Tageszeitung erschien ein wohlwollender Nachruf; bei seinem Begräbnis in Mülheim bezeugten Tiroler Schützen ihrem ehemaligen Landesoberstschützenmeister ihren Respekt.

Das Interesse an einer Auslieferung Hofers war offenbar in Tirol nicht besonders ausgeprägt. Besaß er doch ein Dossier über Leute, die ihn umgeben hatten und nach 1945 weiter Karriere machten - in Kirche, Kultur, Wirtschaft und Politik. Ein Mittäter der mörderischen Innsbrucker Pogromnacht brachte es z.B. bis zum Vizebürgermeister der Landeshauptstadt. Hofer im Stück: "Mich einsperren ist ungesund. Stellt Ihr mich vor Gericht, steht Ihr selbst vor dem Richter."

Hier setzt Christoph Bauers Hörspiel an: Da sitzt Hofer in deutscher Haft und befindet sich vor der Auslieferung nach Tirol, wo er vor Gericht kommen soll. Das Stück birgt Fiktion genauso wie viele Originalzitate und historische Realität.

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