Brigitte Kowanz

Christian Wind

Kunst unter Strom

Brigitte Kowanz auf dem Sprung nach Venedig

Die österreichische Künstlerin Brigitte Kowanz wird heuer gemeinsam mit Erwin Wurm den österreichischen Pavillon auf der Kunst-Biennale von Venedig bespielen (13. Mai bis 26. November 2017). Brigitte Kowanz arbeitet vor allem mit dem Werkstoff Licht. Auch in Venedig hat die Künstlerin einen Lichtraum errichtet. Viel darf sie zwar noch nicht verraten - dennoch spricht sie im "Intermezzo" bei Christine Scheucher über die Hintergründe dieser so wichtigen Ausstellungsbeteiligung.

Intermezzo, 30.4.2017

In Mengen vorhanden, aber nicht fassbar: das Licht

Das fluoreszierende Licht der Monitore, die Neonröhren der Reklametafeln, die strahlenden LEDs im Stadtraum. Künstliches Licht prägt unseren Alltag. Als das Licht der Reklametafeln und Neonschriften den öffentlichen Raum eroberte, reagierte die Kunst darauf und entdeckte die Trägermedien der Werbung als Material. In den 1960er Jahren verwendete Dan Flavin als erster Leuchtstoffröhren im handelsüblichen Sinn und machte diese zum Material von Lichtskulpturen. Damit drehte Flavin das konventionelle Verhältnis von Kunst und Beleuchtung um.

Brigitte Kowanz

Lichtraum im Hinterhof

Objekte, die von sich aus strahlen, schafft auch die österreichische Künstlerin Brigitte Kowanz. Seit Jahrzehnten arbeitet sie mit dem Werkstoff Licht. Kowanz will die blinden Flecken der Wahrnehmung ausleuchten. Das zunächst Unsichtbare sichtbar machen. Für die Künstlerin liegt die Faszination des Werkstoffs Licht auch in seiner Flüchtigkeit: Licht ist nicht fassbar, immateriell, breitet sich im Raum aus.

Lichtdurchfluteter Blick in die Zukunft

In diesem Jahr wird Brigitte Kowanz gemeinsam mit Erwin Wurm den österreichischen Pavillon bei der Biennale in Venedig bespielen. Die Venedig-Biennale ist immer noch die bedeutendste Großausstellung der Welt. Eine Teilnahme bei der Biennale gilt in Fachkreise als endgültiger Ritterschlag. Mit dem Erfolgskünstler Erwin Wurm, dessen Ausstellungen internationalen Museen regelmäßig Besucherrekorde bescheren, dürfte der österreichische Pavillon in diesem Jahr zum Publikumsmagneten werden. Bereits vor der Eröffnung ist klar: Das Tandem Brigitte Kowanz und Erwin Wurm wird vermutlich viel Aufmerksamkeit bekommen.

Brigitte Kowanz

Arbeit mit dem Licht

Während Erwin Wurm den Hauptraum des Hoffmann-Pavillons bespielt, hat Brigitte Kowanz im Hinterhof des Pavillons mit dem Architekten Hermann Eisenköck einen so genannten „Light Space“ errichtet. Hier widmet sich Kowanz dem großen Thema Digitalisierung und wagt einen lichtdurchfluteten Blick in die Zukunft des Informationszeitalters.

Service

Am 11. Mai wird der österreichische Pavillon in Venedig präsentiert
La Biennale
Aktuell sind auch in der Galerie Krinzinger in Wien Arbeiten von Brigitte Kowanz zu sehen
Brigitte Kowanz

Gestaltung

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